epa/Jim Lo Scalzo

Frankreich übt Kritik an Amazon

19.3.2020 23:23 Uhr

Für seinen Umgang mit seinen Mitarbeitern hagelt es für den Versandhändler Amazon Kritik aus der französischen Regierung. "Dieser Druck ist inakzeptabel, und wir werden es Amazon wissen lassen", sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Donnerstag dem Sender France Inter.

Er reagierte damit auf Klagen von Mitarbeitern und Gewerkschaftern. Diese monierten, dass Amazon den Mitarbeitern in den Lagern mit Verdienstausfall drohe, wenn diese aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu Hause blieben. Sie warfen dem Unternehmen zudem fehlende Schutzmaßnahmen vor.

Können Buchhandlungen bald wieder eröffnen?

Le Maire stellte außerdem in Aussicht, dass Buchhandlungen künftig unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen wieder öffnen könnten. Diese hatten darüber geklagt, in Zeiten der Ausgangssperre noch stärker unter dem Versandriesen zu leiden als sonst. Er sehe nicht, warum Amazon diesen Markt komplett übernehmen sollte, sagte Le Maire. "Ich schlage vor, dass Regeln aufgestellt werden, die es den Buchhändlern erlauben, wieder zu öffnen, damit es kein Ort ist, an dem man umherwandert und sich lange aufhält."

"Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter hat für uns weiterhin oberste Priorität. Wir respektieren alle Rechte unserer Mitarbeiter", erklärte Amazon auf Anfrage. "Wir passen unsere Prozesse weiterhin in strikter Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Regierung und der lokalen Gesundheitsbehörden an." So würden etwa alle Einrichtungen weltweit verstärkt gereinigt - einschließlich der regelmäßigen Desinfektion aller Türgriffe, Treppengeländer, Aufzugstasten, Schließfächer und Touchscreens. Außerdem ändere man die Anordnung von Arbeitsplätzen oder Möbeln in Pausenräumen, so dass genug Abstand gehalten werden könne.

(an/dpa)

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