epa/Ronen Zvulun

Frankreich solle Iran-Sanktionen unterstützen

22.1.2020 12:46 Uhr

Frankreich soll die Sanktionen gegen den Iran unterstützen. Dazu hat nun der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu aufgerufen. Grund seien dessen «atomare Bestrebungen und aggressives Verhalten in der Region», teilte Netanjahus Büro am Mittwoch mit.

Macron und der israelische Regierungschef hatten sich vor dem Internationalen Holocaust-Forum getroffen, das an diesem Donnerstag in Jerusalem stattfindet. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums handelt es sich um das größte Staatsereignis seit der Gründung Israels 1948.

"An den Holocaus erinnern, Antisemitismus bekämpfen"

Dazu werden Staatsgäste aus fast 50 Ländern in Jerusalem erwartet, unter ihnen auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der am Mittwoch anreiste. Anlass ist der 75. Jahrestag der Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee. Die Großveranstaltung mit dem Titel «An den Holocaust erinnern, Antisemitismus bekämpfen» findet auch vor dem Hintergrund einer weltweiten Welle antisemitischer Vorfälle statt. Netanjahu lobte Macron laut der Mitteilung auch für seine klare Haltung im Kampf gegen Judenhass.

Netanjahu gilt als schärfster Kritiker des Atomabkommens mit dem Iran. Er wirft dem Iran vor, sich nie daran gehalten und heimlich weiter den Bau von Atomwaffen angestrebt zu haben. In dem Atomabkommen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland hatte sich der Iran 2015 dazu verpflichtet, sein Nuklearprogramm so zu gestalten, dass das Land keine Atombomben bauen kann. Im Gegenzug sollten Sanktionen aufgehoben werden. Die USA zogen sich aber 2018 aus dem Vertrag zurück und verhängten neue Sanktionen gegen Teheran.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hatte Anfang der Woche einen möglichen Ausstieg seines Landes aus dem Atomwaffensperrvertrag ins Gespräch gebracht. Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben im Atomkonflikt ein Streitschlichtungsverfahren eingeleitet.

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