epa/Dai Kurokawa

Frankreich gedenkt Völkermord in Ruanda

7.4.2019 14:41 Uhr

Frankreich will einen Gedenktag zum Völkermord in Ruanda einführen. Dieser solle künftig am 7. April begangen werden, teilte der Élyséepalast am Sonntag mit.

An diesem Tag vor genau 25 Jahren begann der Völkermord in Ruanda, bei dem Vertreter der Hutu-Mehrheit Angehörige der Tutsi-Minderheit sowie gemäßigte Hutu töteten. Etwa 800 000 Menschen kamen bei dem Massaker ums Leben. Es wurde erst nach rund 100 Tagen beendet, als die im Exil von Tutsi gegründete Ruandische Patriotische Front (RPF) mit Paul Kagame an der Spitze aus Uganda einmarschierte.

Mitgefühl mit den Opfern

Frankreich wird immer wieder vorgeworfen, eine aktive oder passive Rolle bei der Vorbereitung und Ausführung des Genozids gespielt zu haben. Paris und Kigali hatten in der Vergangenheit zwischenzeitlich ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen.

Die französische Regierung lässt sich bei den für Sonntag geplanten Gedenkfeiern von dem Parlamentsabgeordneten Hervé Berville vertreten, der aus einer Tutsi-Familie stammt. Präsident Emmanuel Macron sprach dem ruandischen Volk am Sonntag in einer Mitteilung seine Solidarität aus und äußerte sein Mitgefühl mit den Opfern und deren Angehörigen.

(an/dpa)