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Frankreich: Festnahmen bei Demonstrationen gegen Hochschulreform

6.12.2018 15:38 Uhr

146 Festnahmen: Das ist das Ergebnis von Protesten gegen die Bildungsreform in Frankreich. Bei den Festgenommenen handelt es sich hauptsächlich um Schüler, die in der Nähe einer Schule in Mantes-la-Jolie bei Paris am Donnerstag protestiert hatten, wie die Polizei mitteilte. Die Schüler hätten in dem Ort randaliert.

Seit Montag blockieren Schüler und Studenten in Frankreich Bildungseinrichtungen. Wenn der Bildungsminister nicht bald eine starke Antwort gebe, werde es Todesfälle geben, sagte der Präsident der Nationalen Schülerunion, Louis Boyard, dem Sender BFMTV. Er fürchte bei den Protesten Gewalt und rief zur Ruhe auf. Nach Angaben des Senders waren im Großraum Paris rund hundert Universitäten und Schulen von den Protesten betroffen.

Studenten versuchten, die Sorbonne zu besetzen

Auch an Hochschulen gab es Proteste. Wie mehrere Medien berichteten, war die Lage teils angespannt. Einige Bereiche der Pariser Universität Sorbonne blieben am Donnerstag geschlossen, wie die Hochschule mitteilte. Medienberichten zufolge hatten zuvor mehrere Menschen versucht, Teile der Universität zu besetzen.

Bei der Hochschulreform soll den Universitäten eine größere Autonomie bei der Wahl ihrer Studenten zugestanden werden. Viele Schüler und Studenten empfinden das als Tabubruch. Die Befürworter verweisen auf die geburtenstarken Jahrgänge, die in den nächsten Jahren in die Universitäten drängen und die hohe Quote an Studienabbrecher. Außerdem sei eine Vorauswahl fairer als die aktuelle Vergabe per Los.

Seit Mitte November protestieren die "Gelben Westen" in Frankreich gegen höhere Steuern - es kam zu heftigen Ausschreitungen. Der Protest hat sich inzwischen ausgeweitet, in der kommenden Woche wollen auch die Landwirte demonstrieren.

(an/dpa)