EPA-EFE

Frankreich demonstriert gegen Gewalt an Frauen

23.11.2019 18:48 Uhr

Zehntausende Menschen haben in Frankreich die Straßen bevölkert - allein fast 50.000 in Paris - um gegen Gewalt an Frauen und Femizide zu protestieren. Die Veranstaltung lief unter dem Motto #noustoutes (Wir alle) und fand großen Anklang. Ziel war es, die immer größer werdende Zahl an Tötungen von Frauen, die nur wegen ihres Geschlechts ermordet werden, transparent zu machen und das Bewusstsein für Femizide zu schärfen.

Die Veranstalter sprachen am Samstag von 100.000 Demonstranten allein in Paris. Es habe sich um den "größten Marsch der französischen Geschichte" gegen sexistische und sexualisierte Gewalt gehandelt, erklärte eine der Organisatorinnen, Caroline De Haas. Landesweit seien 150.000 Menschen auf die Straße gegangen. Zu den Protesten hatten knapp 70 Organisationen, Parteien, Gewerkschaften und Verbände aufgerufen.

Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt

Die Kundgebungsteilnehmer in Paris forderten einen besseren Schutz für Frauen. Auf Schildern war unter anderem "Brecht das Schweigen, nicht die Frauen" oder "Aggressoren, Stalker, ihr seid erledigt, die Frauen sind auf der Straße" zu lesen. Die Organisatoren hatten auf Facebook zuvor ein schärferes Vorgehen des Staates bei Verbrechen gegen Frauen gefordert. "Mit diesem Marsch werden wir die Behörden zu angemessenen Maßnahmen zwingen", hieß es in dem Onlinedienst.

Nach Recherchen der Nachrichtenagentur AFP hat es in diesem Jahr mindestens 116 Femizide in Frankreich gegeben, im gesamten vergangenen Jahr waren es 121. Experten des Europarats hatten Frankreich in dieser Woche einen Mangel an Schutzunterkünften und zu laxe Gesetze vorgeworfen. Frankreichs Justizministerin Nicole Belloubet hatte das Versagen der öffentlichen Einrichtungen eingeräumt. "Unser System schafft es nicht, diese Frauen zu schützen", sagte Belloubet. Die französische Regierung will am Montag Ergebnisse eines Runden Tischs gegen häusliche Gewalt vorstellen.

Derweil gingen in Russland knapp 200 Gegner einer geplanten Gesetzesverschärfung zum Schutz von Frauen auf die Straße. Das Gesetz sieht härtere Strafen für häusliche Gewalt vor. Der Organisator der Kundgebung, der orthodoxe Aktivist Andrej Kormuchin, sagte, die bestehenden Gesetze würden Frauen bereits ausreichend schützen. Die geplanten Änderungen verstießen gegen die "traditionellen Familienwerte".

(ce/afp)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.