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Frankreich bestellt Italiens Botschafterin ein

21.1.2019 19:14 Uhr

Frankreich hat nun den Botschafter Italiens einbestellt. Damit reagiert Paris auf die Einlassungen des italienischen Vize-Regierungschef Luigi Di Maio über die angebliche Vertiefung

Wegen Äußerungen des italienischen Vize-Regierungschefs Luigi Di Maio über eine angebliche Vertiefung der Flüchtlingskrise durch Frankreich hat das Außenministerium in Paris die italienische Botschafterin einbestellt. Die französische Europaministerin Nathalie Loiseau habe Teresa Castaldo am Montag wegen "inakzeptabler und haltloser Äußerungen" der italienischen Regierung zu sich kommen lassen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Loiseaus Büro.

Di Maio hatte Frankreich am Sonntag vorgeworfen, zur Verarmung von Afrika und dadurch zur Flucht von dem Kontinent beizutragen. Die rechts-populistische italienische Regierung liegt bereits seit Längerem mit der Regierung von Frankreichs Staatschef Macron im Clinch.

Italien rief "Gelbwesten" zur Standhaftigkeit auf

Im Zuge dessen hatten die beiden Vize-Regierungschefs, Wirtschaftsminister Di Maio von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega-Partei, Anfang Januar die "Gelbwesten"-Bewegung in Frankreich aufgerufen, "standhaft" zu bleiben. Präsident Macron regiere "gegen sein Volk", erklärten sie. Die französische Regierung hatte daraufhin "Respekt" von dem EU-Partnerland gefordert.

Die im November gestarteten "Gelbwesten"-Proteste gegen steigende Lebenshaltungskosten und soziale Ungerechtigkeit machen Macron schwer zu schaffen. An den Protestwochenenden gab es immer wieder gewaltsame Ausschreitungen.

(an/afp)