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Frankfurter Gericht kassiert DFB-Urteil gegen Mannheim

20.3.2019 18:12 Uhr

Nachdem es bei Spielen zwischen Waldhof Mannheim und dem KFC Uerdingen zu schweren Krawallen kam, wurde Uerdingen am Grünen Tisch zum Aufsteiger erklärt und Mannheim mit Punktabzug bestraft, wie es das DFB-Bundesgericht bestätigte. Das Urteil wurde vom Landgericht Frankfurt nun kassiert und der DFB musste eine herbe Niederlage gegen den Regionalligisten hinnehmen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat im Rechtsstreit mit Regionalligist Waldhof Mannheim um den Abzug von drei Punkten eine herbe Niederlage kassiert. Das Landgericht Frankfurt/Main erklärte den Punktabzug des Verbands für den Klub am Mittwoch für unwirksam. Die 6. Zivilkammer unter dem Vorsitz von Richter Richard Kästner folgte der Argumentation der Mannheimer.

Der DFB will gegen das Urteil in Berufung gehen

Der DFB kündigte umgehend an, Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen. "Der Richterspruch deckt sich nicht mit unserer Rechtsauffassung", sagte Vizepräsident Rainer Koch: "Wir werden jetzt die Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung abwarten. Es ist davon auszugehen, dass der DFB anschließend Berufung einlegen wird." Das DFB-Bundesgericht hatte im September des vergangenen Jahres den Punktabzug für Waldhof in zweiter Instanz bestätigt. Dieser war zuvor vom Sportgericht verhängt worden. Mannheim führte die Regionalliga Südwest trotz der Sanktion mit zehn Punkten Vorsprung an. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, wären es 13 Zähler.

Gegenstand des Verfahrens waren die schweren Krawalle in beiden Aufstiegsspielen zur 3. Liga gegen den KFC Uerdingen. Das Rückspiel am 27. Mai 2018 in Mannheim musste sogar abgebrochen werden, nachdem im Waldhof-Fanblock massiv Pyrotechnik gezündet worden war. Die Uerdinger sicherten sich den Aufstieg in die Drittklassigkeit durch eine 2:0-Wertung am Grünen Tisch.

"Terror im Stadion"

"Was damals passiert ist, war Terror im Stadion. Das war das Ende des Fußballs", hatte Koch bei der Verhandlung gesagt. Vor der 6. Zivilkammer unter dem Vorsitz von Richter Richard Kästner hatte die Entscheidung der Sportgerichtsbarkeit aber keinen Bestand. "Unser Urteil basiert in keiner Weise darauf, dass dem DFB Willkür vorgeworfen wird. Auch soll es die Krawalle nicht billigen", sagte Kästner: "Der Punktabzug stellt aber eine Verfälschung des Wettbewerbs dar. Die oberste Satzung des DFB ist es aber, den Wettbewerb zu fördern. Zudem betrifft die Sanktion eine Saison, die gar nichts mit dem Zeitpunkt der Ausschreitungen zu tun hat."

Kästner schrieb dem DFB ins Stammbuch, dass er sich auf "Geldstrafen und andere Auflagen" beschränken muss: "Ein Punktabzug ist nur dann möglich, wenn dadurch ein unfairer Vorteil im sportlichen Wettkampf ausgeglichen wird." Die Mannheimer nahmen das Urteil mit Genugtuung zur Kenntnis. "Wir sind erleichtert und sehr, sehr glücklich. Das ist ein wichtiges Urteil - nicht nur für den Waldhof, sondern für den ganzen Fußball in Deutschland", sagte Geschäftsführer Markus Kompp: "Ich hoffe, dass der DFB nun zur Besinnung kommt und seinen Verbandsaufgaben nachkommt."

(ce/afp)