Symbolbild: imago/Michael Schick

Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank mit Ausstellung zu linkem Antisemitismus

25.3.2019 22:34 Uhr

Die erste Sonderausstellung seit dem Umbau der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt behandelt ein Thema, das viel zu selten angesprochen wird: Dem Antisemitismus von Links. Dazu eröffnet ab Donnerstag die Ausstellung "Das Gegenteil von Gut" und macht genau das zum Mittelpunkt.

Wenn von Antisemitismus die Rede sei, werde er innerhalb der politischen Linken am wenigsten thematisiert, sagte Meron Mendel, der Direktor der Bildungsstätte, am Montag in Frankfurt. Der "Reflex" sei vielmehr: Wer links sei, sei automatisch gegen Faschismus und könne doch gar kein Antisemit sein.

"Der Müll, die Stadt und der Tod"

Im Mittelpunkt steht Antisemitismus innerhalb der westdeutschen Linken seit dem Jahr 1968, das für Ausstellungskurator Tom Uhlig eine Zäsur darstellte. Habe das Mitgefühl der deutschen Linken bis dahin den Überlebenden der Schoah gegolten, so hätten sich danach Ressentiments gegen den jüdischen Staat gerichtet, etwa im Zusammenhang mit der Lage der Palästinenser und der israelischen Siedlungspolitik.

Die Ausstellung befasst sich unter anderem mit dem Häuserkampf in den frühen 1970er Jahren, der Kontroverse um das Fassbinder-Stück "Der Müll, die Stadt und der Tod", dessen Figur des "reichen Juden" den Theaterskandal auslöste, der Balance zwischen Israelkritik und antisemitischen Verallgemeinerungen.

(sis/dpa)

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