dpa

Frankfurt statt Istanbul: Champions-League-Blitzturnier in der Mainmetropole?

4.6.2020 20:32 Uhr

Eigentlich sollte dieses Jahr im Atatürk-Stadion in Istanbul das Finale der Champions League stattfinden. Doch wegen der Coronakrise fällt die Bosporus-Metropole als Spielort wohl aus. Die UEFA soll an Plänen arbeiten, das Endspiel wegen der Pandemie an eine andere Stadt zu vergeben. Wie es heißt, soll Frankfurt im Rennen sein.

Die Mainmetropole mit ihrer Umgebung bis nach Mainz und Sinsheim zählt zu den heißen Kandidaten für die Ausrichtung eines möglichen Finalturniers der Königsklasse im August. Sportvorstand Rouven Schröder vom Frankfurter Bundesligarivalen FSV Mainz 05 bestätigte derartige Planspiele.

Bislang keine Entscheidungen getroffen

"Kenntnis davon haben wir definitiv. Es ist auch schön, dass unser Stadion mit genannt wird und im Fokus ist", sagte Schröder: "Es ist aber noch nicht spruchreif, irgendwelche Dinge zu bewerten und öffentlich zu benennen." Im Gegensatz zu Schröder ließen die Europäische Fußball-Union (UEFA) wie auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) offen, was genau an einem entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung dran ist.

Während der Frankfurter Sportdezernent Markus Frank ("Das wäre eine schöne Sache, wir sind grundsätzlich interessiert und sprechen") seine Bereitschaft signalisierte, wollten beide Verbände das Thema nicht konkret kommentieren.

"Wir schauen uns zusammen mit den Klubs, Ligen und nationalen Verbänden alle Optionen an. Das betrifft den Zeitrahmen sowie den Modus, in dem gespielt werden soll", hieß es von der UEFA: "Bislang wurden noch keine Entscheidungen getroffen, das sollte sich aber beim Treffen des Exekutivkomitees am 17. Juni ändern."

Darauf baut auch der DFB. "Die UEFA arbeitet an Konzepten, um möglichst im August die Klubwettbewerbe zum Abschluss zu bringen", sagte Generalsekretär Friedrich Curtius zuletzt: "Der DFB vertraut darauf, dass die UEFA hier gute Lösungen haben wird."

Blitzturnier mögliche Lösung

Die Europacup-Wettbewerbe sind aufgrund der Coronakrise unterbrochen. Das Finale in der Königsklasse war eigentlich am vergangenen Samstag in Istanbul vorgesehen. Dass in der Champions League nach den verbleibenden vier Achtelfinal-Rückspielen sämtliche ausstehenden Paarungen im üblichen Format mit Hin- und Rückspiel ausgetragen werden, ist aufgrund des engen Zeitfensters in diesem Jahr praktisch ausgeschlossen. Ein Blitzturnier mit K.o.-Spielen ohne Zuschauer wäre eine mögliche Lösung.

Laut "Bild" hat die UEFA am Mittwoch Ausschreibungsunterlagen an die Mitgliederverbände geschickt. Die Gastgeberstadt muss offenbar vier Stadien benennen, die in einem Umkreis von etwa 100 Kilometern liegen. Dafür kämen neben der Frankfurter Arena unter anderem die Stadien in Mainz, Darmstadt, Wiesbaden, Kaiserslautern, Karlsruhe und Sinsheim infrage.

"Ich glaube, die UEFA ist sich bei dieser Frage selbst noch nicht im Klaren", sagte Sportchef Alexander Rosen von der TSG Hoffenheim: "Wenn konkrete Anfragen kommen, werden wir natürlich darüber nachdenken." Auch Portugal und Russland gelten als Kandidaten für ein Turnier, das innerhalb von ungefähr zehn Tagen über die Bühne gehen soll.

Leipzig auf jeden Fall dabei

Mit von der Partie wäre aus deutscher Sicht in jedem Fall RB Leipzig. Der Bundesligist ist wie Paris St. Germain, Atalanta Bergamo und Atletico Madrid für das Viertelfinale qualifiziert. Rekordmeister Bayern München, in dessen Arena das Endspiel im Jahr 2022 stattfinden soll, hat sein Achtelfinal-Hinspiel beim FC Chelsea mit 3:0 gewonnen.

(bl/afp)

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