epa/Mohamed Messara

Früherer Verteidigungsminister verhaftet

6.8.2019 21:05 Uhr

Erneut ist in Algerien ein Spitzenpolitiker wegen des Vorwurfs der Korruption verhaftet worden. Diesesmal hat es den ehemaligen Verteidigungsminister getroffen.

Khalid Nissar werden Verschwörung und Verletzung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen, wie das staatliche Fernsehen am Dienstag berichtete. Das Gericht ordnete auch die Festnahme seines Sohnes sowie des Vorsitzenden einer Arzneimittelfirma an.

Massenproteste trotz Festnahmen

Algeriens Langzeitherrscher Abdelaziz Bouteflika war im April nach Massenprotesten und auf Druck des Militärs nach mehr als zwei Jahrzehnten zurückgetreten. Seitdem wurden mehrere ranghohe Politiker und Geschäftsleute festgenommen, die in verschiedene Korruptionsfälle verwickelt sein sollen. Unter ihnen sind Ex-Regierungschef Ahmed Ouyahia und der frühere Ministerpräsident Abdelmalek Sellal.

Trotz der Festnahmen kommt es in dem größten Land Afrikas seit Monaten zu Massenprotesten mit Zehntausenden Beteiligten. Sie sehen die Übergangsregierung als Teil der politischen und wirtschaftlichen Elite um Bouteflika. Vergangenen Freitag kam es im Land zu erneuten Protesten, bei denen die Teilnehmer zu zivilem Ungehorsam aufriefen. Mangels gültiger Kandidaturen war eine für Anfang Juli angesetzte Wahl verschoben worden. Ein neues Datum steht noch nicht fest.

(an/dpa)

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