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Foto von ölverschmutztem Jungen geht steil

26.10.2019 13:05 Uhr

Das Bild eines ölverschmutzten Jungen, der in Brasilien im Meer steht und dort den Müll wegräumt, geht viral und erzielt große Wirkung. Das Bild des Jungen steht symbolisch für den verzweifelten Kampf Brasiliens, seine Küsten und Strände vom Ölschmutz zu befreien. Ölschlick und Ölklumpen sind an den Stränden und Küsten von Brasilien nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen ein großes Problem.

Ein freier Fotograf der Nachrichtenagentur AFP hatte es am 21. Oktober am Strand von Itapuama in der nordostbrasilianischen Stadt Cabo de Santo Agostinho aufgenommen. An dem Tag hatte der 13-jährige Everton Miguel dos Anjos gemeinsam mit seinen Brüdern und Cousins und 500 weiteren Freiwilligen beschlossen, den Strand selbst von Ölklumpen und -schlick zu befreien.

Strand binnen vier Tagen nahezu ölfrei

Anfangs trug Everton noch ein T-Shirt, doch schon bald war es so schmutzig, dass er es gegen eine Art Müllsack-Tunika austauschte. Seine Mutter, die eine Strandbar besitzt, hatte ihm den Einsatz erlaubt, unter der Bedingung, dass er sich nicht schmutzig macht. Nach der Veröffentlichung seines Fotos in den großen brasilianischen Zeitungen habe sie mit ihm geschimpft, berichtete der 13-Jährige später dem Fotografen.

Am Donnerstag, vier Tage nach Evertons Einsatz, war der Strand so gut wie ölfrei. Das Militär hatte die Säuberungen übernommen und zudem entschieden, dass Kinder künftig nicht mehr am Kampf gegen die Ölpest teilnehmen sollen.

1000 Tonnen Ölrückstände entsorgt

Seit deren Beginn vor rund acht Wochen wurden 2250 Kilometer Küste mit ihren paradiesischen Stränden verseucht, davon betroffen sind rund 200 Orte - in einer armen Region, die vor allem vom Tourismus lebt. Inzwischen sind laut Armee 1000 Tonnen Ölrückstände wieder eingesammelt. Die Ursache der Ölpest ist offiziell nach wie vor unbekannt.

Umweltgruppen werfen der brasilianischen Regierung unter dem rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro vor, die Ölpest bisher weitgehend ignoriert und kaum Mittel für ihre Bekämpfung zur Verfügung gestellt zu haben. Experten sprechen von der bislang schwersten Umweltkatastrophe in diesem Teil Brasiliens.

(ce/afp)

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