epa/Andrea Fasani

Forscher arbeiten an Impfstoff gegen Coronavirus

30.1.2020 17:30 Uhr

Weltweit suchen Forschungsinstitute mit Hochdruck nach einem Impfstoff gegen das neue Corona-Virus. Es dauere mindestens drei Monate, bis sich ein Impfstoff als wirksam erwiesen haben könnte, sagte der renommierte chinesische Epidemiologe Li Lanjun in einem am Donnerstag verbreiteten Interview der Nachrichtenagentur Xinhua.

Es seien bisher fünf Erregerstämme isoliert worden. "Zwei eignen sich sehr gut für die Entwicklung eines Impfstoffes."

An verschiedenen Stellen in China laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Mehrere Institute sind nach Angaben von Staatsmedien parallel von der Regierung beauftragt worden. Wie schnell ein Impfstoff entwickelt sein könnte, wird von chinesischen Experten allerdings unterschiedlich eingeschätzt.

Keine schnellen Ergebnisse

Das Krankenhaus der Shanghaier Tongji Universität arbeitet laut Xinhua gemeinsam mit dem Unternehmen Stermirna Therapeutics an einem neuen mRNA-Impfstoff. Die Herstellung der Proben würde laut Unternehmensangaben nicht länger als 40 Tage dauern. Sie würden dann zu Testzwecken verschickt und so schnell wie möglich in die Kliniken gebracht.

An Impfstoffen forschen laut einem Bericht der Tageszeitung "China Daily" auch die Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten der Provinz Zhejiang und der Hauptstadt Peking. Es könne einige Zeit vergehen, bis ein Impfstoff verfügbar ist, da "weitere klinische Studien erforderlich sind", wurde Zhang Yanjun, der Leiter des mikrobiologischen Labors des Zentrums in Zhejiang, zitiert.

Komplexe Aufgabe

Die Erforschung und Entwicklung eines Impfstoffs sei eine komplexe Aufgabe und erfordere in der Regel zwei bis drei Jahre, bevor er zur Anwendung kommen könne, sagte laut dem Bericht hingegen Xu Wenbo, Leiter des Instituts für die Kontrolle und Prävention von Viruserkrankungen des Zentrums in Peking. Unter Notfallbedingungen und mit "vorrangiger Genehmigung" könne ein neuer Impfstoff aber auch in wenigen Monaten entwickelt werden.

Von einer Entwicklungszeit von "drei bis vier Monaten oder sogar länger" sprach der renommierte chinesische Atemwegsexperte Zhong Nanshan, Leiter eines nationalen Expertenteams zur Bekämpfung der neuen Lungenkrankheit, im Interview mit Xinhua.

(an/dpa)

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