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Folgen der Corona-Pandemie auf die deutsche Wirtschaft

7.12.2020 17:27 Uhr

Gähnende Leere in den Fußballstadien, geschlossene Restaurants, Bars und Kneipen – das Corona-Virus hat der Wirtschaft einen schweren Schlag verpasst. Die Zahl der Arbeitslosen ist bis Ende des Jahres 2020 zwar weniger stark gestiegen wie erwartet. Langfristige Folgen sind aber noch nicht abzusehen, da sich viele Arbeitnehmer noch in Kurzarbeit befinden.

Mit der Hoffnung auf einen Impfstoff gegen das Virus blicken Experten auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft im Jahr 2021. Sie entdecken dabei auch Unterschiede zwischen Ost und West. Wie steht es um den Wirtschaftsstandort Deutschland?

Der Osten leidet weniger

Sinkt die Wirtschaftsleistung aufgrund geschlossener Einrichtungen, hat das Steuerausfälle für Bund und Länder zur Folge. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit belasten die Sozialkassen ebenso wie die Staatskassen. Die Folgen der Pandemie treffen Deutschland mit voller Wucht. Dabei zeigen sich innerhalb der Bundesrepublik erhebliche Unterschiede. Ostdeutschland scheint bisher glimpflicher durch die Krise zu kommen.

So ist die Zahl der Arbeitslosen im Westen um mehr als 20 Prozent gestiegen, im Osten hingegen um weniger als 15 Prozent. In einigen Städten im Osten ist die Zahl offener Stellen hoch. An offenen Stellenanzeigen für Chemnitz mangelt es nicht. Das industrielle Herzen von Sachsen verzeichnet seit Jahren ein hohes Wachstum und ist Anziehungspunkt für Fachkräfte in der Region. Namhafte Unternehmen wie der Automobilhersteller Volkswagen oder der weltweit führende Automobilzulieferer Continental AG sind in der Stadt heimisch. Sie tragen zur wirtschaftlichen Belebung des Standortes bei. Ähnlich sieht es in anderen wirtschaftlichen Zentren im Osten aus.

Die Gründe für das Ost-West-Gefälle

Warum leidet die Wirtschaft in Ostdeutschland weniger stark unter der Pandemie? Ein Grund dafür sehen die Experten vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle im Aufbau der Wirtschaft. Der Anteil an öffentlichen Dienstleister ist in den neuen Bundesländern höher. Sie sind weniger stark von der Pandemie abhängig, Entlassungen und Neueinstellungen halten sich die Waage. Im Westen ist der Anteil geringer.

Ein weiterer Grund ist der Anteil am verarbeitenden Gewerbe im Osten und Westen. Diese Branche ist stark von der Krise betroffen und verzeichnete die bisher stärksten Einbußen. Während der Anteil der Branche in Ostdeutschland bei 16 Prozent liegt, hat er bundesweit einen Anteil von etwa 25 Prozent. Die Hoffnungen liegen auf einen Impfstoff.

Zahl der Entlassungen gering

Etwa ein Fünftel aller Unternehmen in Deutschland schließen Kündigungen oder weitere Entlassungen in den kommenden Monaten nicht aus. Auch hier gibt es ein Gefälle zwischen den neuen und alten Bundesländern. Im Westen befürchten mehr Unternehmen Kündigungen wie im Osten.

Ursächlich für die Unterschiede sind regionale Gründe. Der Fachkräftemangel ist in den neuen Bundesländern deutlich höher als im Westen. Auch ohne Krise ist es für die Unternehmen vor Ort schwer, qualifizierte und gute Fachkräfte zu halten. Wer jemanden im Osten entlässt, kann die Besetzung der Stelle nicht garantieren. Eine hohe Hürde, die einer Entlassung einer Fachkraft im Wege steht.

Die Gastronomie leidet

Keine Unterschiede zwischen Ost und West ist bei der Gastronomie zu erkennen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e. V. (DEHOGA) zeichnet ein katastrophales Bild der Branche im gesamten Bundesgebiet.

Ohne Rettungsfonds und Kurzarbeit wäre die Zahl der Firmenpleiten deutlich höher. Ohne einen Impfstoff, der die Pandemie beendet, sind in dieser Branche sehr hoch. Dauerhaft können die Gastronomen die Krise nicht bewältigen.

(Hürriyet.de)

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