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Folge 1: Positiv leben in Corona-Zeiten

5.4.2020 10:59 Uhr

Kontaktverbote, Ausgangsbeschränkungen, Sorgen um den Job, um die Wirtschaft, um die eigene Gesundheit natürlich und um die von Angehörigen. Gerade scheinen wir alle Verlierer zu sein.

Corona hat uns alle, Menschen rund um den Globus, in eine völlig ungewohnte, bis vor kurzem noch unvorstellbare Situation versetzt. Es ist eine Situation, die scheinbar nicht vergleichbar ist mit anderen Herausforderungen, denen wir früher begegnet sind – auf den ersten Blick zumindest nicht. Die Konsequenzen scheinen nicht vergleichbar zu sein mit einer Krankheit oder einem Unfall, mit einem beruflichen Rückschlag, der Trennung vom Partner oder anderen Einschnitten im Leben, in denen man zu der Erkenntnis kommt, dass die negative Erfahrung für etwas gut ist.

Allerdings ist es egal, wie hart eine Situation ist. Man kann immer etwas Positives darin sehen. Die meisten von uns sind lediglich unwillig, den Blick darauf zu richten. Tatsächlich bringt die Corona-Krise aber einige Veränderungen mit sich, die, aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet, positive Auswirkungen haben. Im Kleinen und im Großen.

Eine positive Blickrichtung auf persönliche Veränderungen

Entschleunigung

Sie werden gezwungen, alles langsamer und bewusster anzugehen. Die Pflichten, die Zwänge, die Termine, die Ihr Leben bisher bestimmt und schnelllebig gemacht haben, gibt es in der altbekannten Form nicht mehr. Momentan rauschen Sie nicht von A nach B, vom Job zum Supermarkt, vom Fitnesscenter zum Treffen mit Eltern, Freunden, Kollegen. Ihr weitestgehend leerer Terminplan lässt Sie einmal durchatmen.

Mit Routinen brechen

Routinen sind ein zweischneidiges Schwert. Zum einen helfen sie Ihnen bei der Orientierung, beim Fokussieren, beim Erreichen von Zielen und der Erledigung von Dingen, die erledigt werden müssen. Auf der anderen Seite sorgen sie dafür, dass Sie sich gewissermaßen festfahren und zu denken aufhören. Mit der Unterbrechung von Routinen eröffnet sich die Möglichkeit, bestimmte Gegebenheiten zu hinterfragen, Änderungen zuzulassen und in ein achtsameres Leben zu finden.

Zeit für die Familie

Die weitaus meiste Zeit verbringen Sie nun zu Hause. Wie alle anderen Mitglieder Ihrer Familie. Die Situation ist hin und wieder sicher eine Herausforderung. Wichtig ist, dass Sie einander Raum geben. Wenn Sie und Ihr Partner beide im Homeoffice arbeiten, sollten Sie das möglichst in verschiedenen Zimmern tun. Treten Spannungen auf, empfiehlt sich ein Rückzug, zum Beispiel auf einem Spaziergang allein oder mit Musik über Kopfhörer. Die gemeinsame Zeit zu Hause bringt jedoch auch die Chance, (wieder) näher zusammenzurücken und sich mit den Themen des Partners auseinanderzusetzen, das Verständnis füreinander zu pflegen oder zurückzugewinnen. Ihre Kids können Sie nun nicht in Freizeitparks, Kinos, auf Spielplätzen etc. dauerbeschäftigen. Dabei wird Ihnen vielleicht bewusst, dass es solche teuren und zeitintensiven Aktivitäten nicht regelmäßig braucht. Mit old-school Beschäftigungen, zu denen Sie inspirieren können, lernt der Nachwuchs, die Langeweile selbst zu überwinden.

Zeit für sich selbst

Sie können ein neues Hobby für sich entdecken oder ein lange vernachlässigtes Hobby wieder aufnehmen, kreative oder handwerkliche Tätigkeiten beispielsweise. Sie können eine neue Sprache lernen. Jetzt ist aber auch die Zeit, Dinge zu erledigen, die Sie lange vor sich hergeschoben haben, wie den Keller, die Kleiderschränke oder die Küche auszumisten. Es wird Ihnen guttun.

Eine positive Blickrichtung auf globale Veränderungen

Grenzen sind relativ

Das Coronavirus besitzt keinen Reisepass, und es kennt keine Grenzen. Es macht uns bewusst, dass wir nicht in einzelnen Ländern leben, sondern uns diesen Planeten teilen und gemeinsam dafür Verantwortung tragen.

Niemand ist eine Insel

Auch unseren sozialen Sinn kann diese Pandemie wiedererwecken und uns zu mehr Rücksicht aufeinander erziehen. In dieser Welt haben die Starken und Robusten im Vordergrund gestanden. Sie hatten die Aufmerksamkeit. Nach ihnen hat man sich gerichtet. Jetzt geht es darum, die Schwachen zu schützen. Gemeinsam.

Das Klima profitiert

Die Umwelt scheint der Gewinner dieser Krise zu sein. Kurzfristig oder vorübergehend zumindest. Doch die Nachrichten von besserer Luft und sauberen Flüssen sollten uns zu denken geben, in welch kurzer Zeit positive, unsere Zukunft sichernde und die Gesundheit schützende Veränderungen möglich sind.

(jk)

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