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Flugverkehr trotz Streik nahezu reibungslos

20.10.2019 17:34 Uhr

Ein Streik soll den normalen Betriebsablauf nachhaltig beeinflussen, um den eigenen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Das hat beim Streik der Flugbegleitergewerkschaft UFO nicht ganz so funktioniert, denn der Arbeitsausstand hat keine größeren Störungen im Flugverkehr verursacht. Das Personal der vier Lufthansa-Töchter Eurowings, Germanwings, SunExpress und Cityline war in den Ausstand getreten.

Ein Lufthansa-Sprecher sagte für die Cityline, es seien nur vereinzelt Flüge ausgefallen, vor allem in Frankfurt und München. Auch Germanwings und Eurowings sprachen von vereinzelten Flugstreichungen und Verspätungen. Bei SunExpress fiel zunächst kein Flug aus. UFO hatte kurzfristig die Streikdauer von sechs auf 19 Stunden verlängert. Die Gewerkschaft teilte am frühen Sonntagmorgen mit, dass der zunächst für 05.00 bis 11.00 Uhr angekündigte Ausstand bis Mitternacht dauern solle. Die Lufthansa habe ihre Gangart verschärft, erklärte die Gewerkschaft zur Begründung für den längeren Streik. Der Konzern habe nicht mehr nur mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen, sondern auch mit Arbeitsplatzverlust gedroht.

Streit zwischen UFO und Lufthansa eskaliert

Kurz nach Beginn des Streiks am Sonntagmorgen sagte der UFO-Vize-Vorsitzende Daniel Flohr der Nachrichtenagentur AFP, dass die Streikbeteiligung hoch sei. Es seien bereits mehrere Flüge verschoben worden.Am Nachmittag hieß es bei den vier Lufthansa-Töchtern, es sei nur vereinzelt zu Ausfällen gekommen. Eine konkrete Zahl könne erst nach Ende des Streiks genannt werden, sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Hinter dem Arbeitskampf steht ein erbitterter Streit zwischen UFO und der Lufthansa: Der Konzern zweifelt die Vertretungsbefugnis von UFO für das Kabinenpersonal an und sieht die "Gewerkschaftseigenschaft" ungeklärt. Die Streiks hält er daher für rechtswidrig. Nach Angaben von UFO geht es um Gehaltserhöhungen, betriebliche Altersvorsorge und Teilzeitregelungen bei den Lufthansa-Töchtern.

Die kurzfristig ausgeweiteten Warnstreiks der Flugbegleiter haben am Sonntag bei verschiedenen Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns zu rund 100 Flugausfällen geführt. Vor allem in Berlin, Köln, München und Stuttgart bekamen die Fluggäste den Arbeitskampf zwischen der Kabinengewerkschaft Ufo und dem größten Luftverkehrskonzern Europas zu spüren. Gestrichen wurden meist innerdeutsche Verbindungen, auf denen die Passagiere mit Bahn-Gutscheinen ans Ziel gebracht werden konnten.

(ce/afp/dpa)

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