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Flexibel in Corona-Krise: Vom A380-Piloten zum Busfahrer oder Lokführer

11.11.2020 22:17 Uhr

In der Corona-Krise ist der Luftverkehr eingebrochen. Weltweit sitzen tausende Piloten nicht mehr im Cockpit. So auch Peter Probert von der australischen Fluggesellschaft Qantas. Der Kapitän flog erst kürzlich auf seinem vorerst letzten Einsatz eine A380 auf einen Abstellplatz in der Wüste, weil der Langstreckenjet nicht mehr gebraucht wird. Doch herumsitzen kommt für Propert nicht in Frage: Er sattelte kurzentschlossen um und ist nun erst einmal mit einem Piloten-Kollegen in Sydney als Busfahrer tätig.

Seinen neuen Job im öffentlichen Nahverkehr hält Propert für mindestens genauso anspruchsvoll wie das Fliegen. "Wenn ich ein Flugzeug steuere, muss ich für kurze Momente voll konzentriert sein und kann mich dann auch mal zurücklehnen. Bus fahren heißt aber, immer voll bei der Sache zu sein", sagte er in einer zehnminütigen Video-Reportage. So sehr er auch seine neue Arbeit schätzt, will er doch so schnell wie möglich wieder ins Cockpit zurückkehren. Erst nach seiner Karriere als Pilot will er sich wieder ans Steuer in einen Bus setzen.

In der Schweiz werden Piloten Lokführer

Dass sich Piloten in der Corona-Krise berufsähnliche Alternativjobs suchen, ist nicht neu. In der Schweiz prüfen derzeit zwei Bahn-Verbände, ob Piloten auch als Lokführer eingesetzt werden können. Der Pilotenverband Aeropers und der Verband Schweizer Lokführer und Anwärter (VSLF) stehen einer möglichen Zusammenarbeit positiv gegenüber, hieß es zuletzt. Die Lufthansa-Tochter Swiss hatte schon im September eine Kooperation mit der Schweizer Bahn (SBB) in Aussicht gestellt. Aeropers-Sprecher Roman Kälin sagte, beide Berufe hätten viele ähnliche Anforderungen - darunter schnelle Auffassungsgabe, mentale Beweglichkeit und Belastbarkeit.

(bl)

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