Symbolbild: imago/ITAR-TASS

Flensburg: Nach Tod einer 17-Jährigen - Staatsanwalt fordert lebenslange Haft für Asylbewerber

31.1.2019 16:00 Uhr

Im Prozess um die tödlichen Messerstiche auf eine 17-jährige Deutsche in Flensburg hat die Staatsanwaltschaft gegen einen Asylbewerber aus Afghanistan eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes gefordert.

Die Vorwürfe gegen den Angeklagten hätten sich voll bestätigt, sagte der Staatsanwalt am Donnerstag. Die Verteidigung plädierte hingegen auf Freispruch: Demnach bleiben Ungereimtheiten, und auch die Indizien ließen einen anderen Schluss zu. Der Angeklagte beteuerte im Prozess am Donnerstag seine Unschuld.

Mit 14 Messerstichen getötet

Nach Überzeugung der Anklage hat der beschuldigte Asylbewerber aus Afghanistan die junge Deutsche am frühen Abend des 12. März 2018 in ihrer Wohnung mit 14 Messerstichen getötet. Er habe nicht hinnehmen wollen, dass die 17-Jährige sich von ihm getrennt und einem anderen Mann zugewandt habe.

Weder ein Geständnis noch ein direkter Beweis

Es gebe zwar weder ein Geständnis noch einen direkten Beweis für die Tat, etwa durch einen Augenzeugen. Es gebe aber eine lückenlose Indizienkette, die für die Täterschaft des Angeklagten spreche. Für den Staatsanwalt ist der junge Mann voll schuldfähig und nach dem Erwachsenenstrafrecht zu verurteilen. Er sei zum Tatzeitpunkt nicht wie behauptet ein Heranwachsender gewesen, sondern mindestens 21 Jahre alt. Dies hätten Gutachten bestätigt.

Ein Urteil soll am 5. Februar verkündet werden.

(gi/dpa)

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