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Flüchtlinge können nach Ruanda

10.9.2019 19:23 Uhr

Vorübergehend will Ruanda in Libyen gestrandete Migranten und Flüchtlinge aufnehmen. Darauf einigten sich die Regierung, die Afrikanische Union und das Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Die ersten 500 Freiwilligen sollen in den kommenden Wochen aus Libyen nach Ruanda geflogen werden, berichtete das UNHCR am Dienstag in Genf.

Die meisten kämen aus Eritrea, Somalia und dem Sudan. Die Regierung habe Platz für 30 000 Menschen angeboten, sagte UNHCR-Sprecher Babar Baloch.

Ruanda wird vom UNHCR unterstützt

Das UNHCR werde Ruanda helfen, Asylgesuche zu prüfen. Anerkannte Flüchtlinge sollen in Drittländer umgesiedelt werden. Einige sollen in Ruanda auch Bleiberecht erhalten. Abgelehnte Asylbewerber bekommen nach Angaben des UNHCR Hilfe für die Rückkehr in ihre Heimatländer. Flüchtlinge sind anerkannte Asylsuchende. Das UNHCR hat nach eigenen Angaben seit 2017 mehr als 4400 Geflüchtete aus Libyen gerettet.

Das UNHCR schätzt die Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden im Bürgerkriegsland Libyen auf 50 000. Sehr viele von ihnen kommen aus afrikanischen Ländern, und sie wollen über die Mittelmeerküste Libyens nach Europa gelangen. Diejenigen, die von libyschen Behörden aufgegriffen oder von der Küstenwache an der Flucht nach Europa gehindert werden, kommen in Auffanglager. Dort herrschen nach Angaben der Vereinten Nationen unmenschliche Zustände. In den Lagern sollen rund 5000 Menschen eingepfercht sein. Dazu ist eine unbekannte Zahl in die Hände von Menschenschmugglern geraten, die die Menschen quälen und mit den Bildern deren Familien erpressen.

(an/dpa)

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