DHA

Flächendesinfektionen von Straßen schädlich für die Umwelt

26.3.2020 21:18 Uhr, von Chris Ehrhardt

Umweltverbände in der Türkei laufen Sturm gegen die Flächendesinfektionen basierend auf Angst vor dem Coronavirus von Straßen und angrenzenden Grünflächen im Land. Experten sagen, damit wird am Ende des Tages mehr Schaden angerichtet, als dass es gegen die Ausbreitung von Covid-19 Nutzen hat. Die umfangreichen Desinfektionsmaßnahmen mit Chemikalien schädigen nach Expertenmeinung das Ökosystem nachhaltig, indem alle Bakterien abgetötet werden, anstatt dass dadurch das Risiko einer Krankheitsübertragung verringert würde.

29 Umwelt- und Berufsverbände in der ganzen Türkei haben ein deutliches Statement veröffentlicht, um den Schaden der Flächendesinfektion von kompletten Städten mit Chemikalien zu erläutern. Der Energie- und Klimaexperte Önder Algedik von 350 Ankara, einer in Ankara ansässigen Umwelt-NGO, die den Text erstellte, machte auf die chemischen Risiken von Desinfektionsmitteln aufmerksam. "Die Kommunen reinigen die Plätze der Städte mit Flüssigkeiten, die eine Vielzahl von Chemikalien enthalten. Wohin gehen diese Chemikalien? Diese Substanzen dringen in den Boden ein, trocknen die Baumwurzeln aus, töten eine Vielzahl von Bakterien und Mikroorganismen ab. Die Flächendesinfektion stört also das Ökosystem", teilte sie mit.

Energie nicht für nutzlose Maßnahmen vergeuden

"Die Bemühungen der Kommunen, sich ohne Rücksprache mit Experten des öffentlichen Gesundheitswesens hervorzutun, verursachen große Schäden im ökologischen Kreislauf", stellte sie fest. Der Experte für öffentliche Gesundheit, Kayihan Pala, betonte, dass das Desinfizieren der Straßen mit verschiedenen Chemikalien während der Pandemie nicht sinnvoll sei, um so die Infektionskette zu durchbrechen.

In Bezug auf die Notwendigkeit, dass die lokalen Regierungen beim Sammeln von Abfällen mehr Sorgfalt walten lassen, sagte Pala, dass Energie nicht für Maßnahmen sinnlos vergeudet werden sollte, die nicht zur Bekämpfung der Epidemie beitragen. "Es gibt Millionen von Viren und Bakterien auf der Welt. Es ist nicht angeraten, all diese Nützlinge mit Rücksicht auf die Nachhaltigkeit des Ökosystems zu zerstören. Die Gemeinden sollten sich bei der Durchführung ihrer Arbeiten nicht vom Erkenntnisstand der Wissenschaft entfernen", sagte er.

Wir von Hürriyet.de hatten bereits vor Tagen darauf hingewiesen, als es um die Desinfektion von Geldscheinen ging, wofür ein Start-up in der Türkei ein Modul schaffen will, dass es kontraproduktiv sei, für unser Überleben wichtige und nützliche Bakterien in einer Corona-Hysterie zu zerstören. Gerade bei Flächendesinfektionen wird wahllos alles an Bakterien, Mikroorganismen und Viren zerstört – ganz gleich, ob gut- oder bösartig. 99,9 Prozent aller Bakterien sind jedoch vollkommen gutartig und eher überlebenswichtig für uns als Menschen. Sie zu zerstören, wäre ein schlimmer Fehler.

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