imago images / Depo Photos

Finanzminister: Wirtschaftswachstum der Türkei soll 2021 auf 5,8 Prozent steigen

30.9.2020 14:11 Uhr

Die Wirtschaft der Türkei soll in diesem Jahr um 0,3 Prozent wachsen, sobald sie sich von den Auswirkungen der Pandemie des Coronavirus erholt hat, sagte der türkische Finanzminister Berat Albayrak am 29. September 2020, wie Hürriyet Daily News unter Bezug auf Reuters meldet. Er kündigte zudem weitere Normalisierungsschritte zur Ankurbelung der Wirtschaft an, als er den mittelfristigen Plan des Landes der Öffentlichkeit bekanntmachte.

Die türkische Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal um 9,9 Prozent, als der Lockdown wegen des Coronavirus die wirtschaftlichen Aktivitäten fast zum Erliegen brachte. Im Vorjahresvergleich ist das die schlechteste Bilanzierung seit zehn Jahren gegenüber dem Vorjahr, auch wenn laut Finanzministerium die Zeichen wieder auf Erholung stehen. Berat Albayrak stellte das neue mittelfristige Programm der Türkei vor und sagte, das BIP-Wachstum werde sich im vierten Quartal gegenüber dem dritten Quartal verlangsamen, sich aber 2021 auf 5,8 Prozent beschleunigen. Er warnte jedoch davor, dass die Wirtschaft in diesem Jahr im schlimmsten Fall um 1,5 Prozent schrumpfen könne und im nächsten Jahr um 3,7 Prozent wachsen würde. Wirtschaftsdaten "deuten auf eine starke V-förmige Erholung der Wirtschaft ab dem dritten Quartal und eine deutliche Wende zu positiven Wachstumszahlen hin", sagte Albayrak und fügte hinzu, dass die Türkei positiv von den Volkswirtschaften vieler Industrie- und Entwicklungsländer abweicht.

Haushaltsdefizit von 26,32 Milliarden Euro prognostiziert

Bereiche wie Tourismus, Verkehr und Dienstleistungssektor hätten sich laut Finanzminister Albayrak jedoch noch nicht auf das gewünschte Niveau erholt. "Es ist von entscheidender Bedeutung, den Dienstleistungssektor wiederzubeleben, in dem rund 15 Millionen Menschen beschäftigt sind", sagte er. In Bezug auf die jüngsten Schritte in Bezug auf Zinssätze, Liquidität, Swaps und Vermögensquoten sagte Albayrak: "Die Normalisierungsschritte werden in den kommenden Tagen und Wochen fortgesetzt. Sie werden zur Finanzstabilität und zu unseren makroökonomischen Zielen beitragen."

Unterstützungspakete zur Bekämpfung des Coronavirus beliefen sich bisher auf 494 Milliarden Lira (54 Milliarden Euro) oder knapp 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, sagte er. Goldimporte und Verluste bei den Tourismuseinnahmen aufgrund des Coronavirus verhinderten einen Leistungsbilanzüberschuss im Jahr 2020, aber die Türkei strebe eine Verbesserung des Leistungsbilanzsaldos und ein nachhaltiges Wachstum an, teilte der Finanzminister mit. Das Programm prognostizierte für dieses Jahr ein Leistungsbilanzdefizit von 17,8 Milliarden Euro oder 3,5 Prozent des BIP. Das Haushaltsdefizit lag bei 239,2 Milliarden Lira (26,32 Milliarden Euro) oder 4,9 Prozent des BIP.

(ce)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.