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FIFA will Stadionverbot-Aufhebung für Iranerinnen

22.9.2019 17:23 Uhr

Der Iran scheint auch bei den Stadionverboten für Frauen einlenken zu wollen. So habe man der FIFA mitgeteilt, dass beim Spiel Iran gegen Kambodscha Frauen im Stadion zugelassen seien. Seit rund 40 Jahren besteht dieses Verbot, das es Frauen verbietet, sich die "halbnackten Männer" anzuschauen. Für den Iran ist es in der Hinsicht auch 5 vor 12, denn der nächste Weg wäre, dass das Land von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen würde.

Die Initiative des Fußball-Weltverbandes FIFA im Bezug auf Stadionverbote für Frauen im Iran zeigt offenbar tatsächlich Wirkung. Wie FIFA-Präsident Gianni Infantino am Sonntag bestätigte, hatten Vertreter des iranischen Verbandes FFIRI bei einem Treffen mit FIFA-Delegierten am Freitag erneut versichert, dass Frauen die Partie zwischen Iran und Kambodscha am 10. Oktober im Stadion verfolgen dürfen.

Gesonderte Tribünen und Eingänge für Frauen sind kein Fortschritt

Nach den Gesprächen in Teheran hätten sich die Vertreter der FIFA deshalb im Stadion einen Überblick von den Vorbereitungen verschafft. Unter anderem seien dabei die Eingänge sowie Tribünen für Frauen inspiziert worden. "Frauen müssen zugelassen werden. Wir müssen das durchsetzen, respektvoll aber mit Nachdruck", sagte Infantino, der die Iraner nach eigenen Angaben in der jüngsten Vergangenheit mehrfach wegen dieses Themas kontaktiert hat: "Es ist wichtig, hier die nächste Stufe zu erreichen."

Die FIFA fordert die Aufhebung des seit knapp 40 Jahren geltenden Verbots, das Frauen nach Lesart der erzkonservativen Geistlichen vor dem Anblick halbnackter Männer und einem vulgären Umfeld bewahren soll. Die Diskriminierung von Frauen ist laut der Statuten des Weltverbandes verboten. Dem Iran droht als Sanktion der Ausschluss der Nationalmannschaft von allen Wettbewerben. Das Sportministerium hatte zuletzt angekündigt, dass Frauen zukünftig zumindest die Länderspiele besuchen dürfen. Deshalb werden im Teheraner Asadi-Stadion separate Eingänge, eine eigene Tribüne und Toiletten für Frauen eingerichtet.

(afp)

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