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Festnahmen in Israel nach Tempelberg-Unruhen

24.2.2019 11:43 Uhr

Der Tempelberg kommt nicht zur Ruhe. Nach einigen Konfrontationen in der letzten Zeit - am Freitag kam es zu einer unerlaubten Öffnung des goldenen Tores - hat Israel nun reagiert. Zwei ranghohe Vertreter der muslimischen Wakf-Behörde wurden festgenommen. Die Festnahmen wurden von Jordanien scharf kritisiert und die unverzügliche Freilassung der Mitarbeiter gefordert.

Die muslimische Wakf-Behörde verwaltet die islamischen Heiligtümer in Jerusalem. Die Polizei habe den Vorsitzenden der Stiftung, Abdel Asim Salhab, sowie den Stellvertreter Nadschi Bkeirat festgenommen, bestätigte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Festnahmen folgten auf neue Konfrontationen am Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) in den vergangenen Tagen. Den Mitarbeitern der von Jordanien finanzierten Behörde wird vorgeworfen, das goldene Tor in Jerusalems Altstadt für gläubige Muslime geöffnet zu haben. Tausende gläubige Muslime hatten die 2003 von Israel geschlossene Stätte am Freitag gestürmt. Als Grund für die Schließung waren Beziehungen der für die Verwaltung zuständigen Organisation mit der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas genannt worden.

Tempelberg als ständiger Zankapfel zwischen Muslimen und Juden

Der jordanische Minister für islamische Angelegenheiten, Abdul Nasser Abdul Basal, nannte die Festnahmen am Sonntag "eine gefährliche und inakzeptable Eskalation, die Jordaniens Rolle als Hüter der heiligen islamischen Stätten in Jerusalem betrifft". Nach Angaben der jordanischen Nachrichtenagentur Petra forderte er eine Freilassung der Festgenommenen sowie die Aufhebung eines Haftbefehls gegen ein weiteres Wakf-Führungsmitglied.

Um den Tempelberg, der Muslimen und Juden heilig ist, gibt es immer wieder Streit. Im Sommer 2017 war es zu blutigen Unruhen gekommen, nachdem Israel nach einem tödlichen Anschlag am Tempelberg Metalldetektoren aufgestellt hatte. Israel ließ die Detektoren wieder abbauen, nachdem bei Unruhen vier Palästinenser getötet und mehrere Hundert verletzt worden waren.

(ce/dpa)