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Fenerbahce verliert in Unterzahl in Kayseri

8.2.2019 20:39 Uhr, von Chris Ehrhardt

Die Ausgangslage vor dem Match Kayserispor gegen Fenerbahce Istanbul in der Süper Lig war klar umrissen. Der Gewinner würde weiter Platz zwischen sich und die Abstiegszone schaffen, denn beide Vereine trennte nur ein Pünktchen – mit dem Vorteil für die Kanarienvögel. Dass es am Ende nicht reichte, lag an einem Platzverweis und einer winzigen Unachtsamkeit bei Fenerbahce, als die Kräfte nachließen.

Fenerbahce versucht direkt mit dem Anpfiff in Kayseri dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken und an die zuletzt guten Ergebnisse anzuknüpfen. Das gelang dem Klub aus Kadiköy auch recht gut, denn in den ersten 25 Minuten erspielten sich die Gäste nicht nur eine optische Überlegenheit. Auch Zahlen gaben exakt das wieder und zeigten fast 60 Prozent Ballbesitz für Fenerbahce. Nur unter dem Strich war wenig an Zählbarem dabei, sieht man von einem Schuss vom Mehmet Ekici einmal ab. Ansonsten neutralisierten sich beide Teams vor der Gefahrenzone sehr gut und effizient.

Aufreger zum Ende der ersten Hälfte

Auffällig war, dass Fenerbahce sehr gut nach hinten absicherte und sehr sicher stand. So gab es von Kayseri bis zur 38. Minute nicht einen echten Torschuss. Bei den Kanarien waren es derer drei, von denen allerdings auch nur ein Schuss aufs Tor ging. Das bedeutet, dass auch Kayseri sehr gut nach hinten arbeitete. In der 45. Minute große Aufregung, denn plötzlich war Kayseri mit dem Tempogegenstoß da – aber das war klar Abseits von Kravets, der zu früh durchgestartet war. In der 48. Minute kam es zum Aufreger des Spiels und wieder war – wie leider viel zu häufig – der Schiedsrichter mitten drin. Aus dem Nichts zeigte Alper Ulusoy Soldado nach einem Einsteigen der Kategorie "Harmlosigkeit" und anschließendem Gemecker den roten Karton! Eine Entscheidung, die den Zuschauer nur mit einem vollkommen entsetzten Gesicht zurücklassen konnte. Mit dem 0:0 und jeder Menge Diskussionsstoff ging es dann auch sofort in die Pause.

Wie würde Fenerbahce mit neun Feldspielern agieren?

Dass der Feldverweis Umstellungen nach sich ziehen würde, war schnell klar. Mehmet Ekici musste das Feld verlassen und Neuzugang Victor Moses kam. Ayew sortierte sich in der Mitte ein. Kayseri erspielte sich dann auch zeitnah ein optisches Übergewicht mit einem Spieler mehr auf dem Feld. Die Kanarienvögel würden eher auf Kontersituationen warten. Der Nürnberger Samil Cinaz schaffte es dann auch in der 50. Minute den ersten Schuss aufs Fener-Tor abzusetzen, der aber leichte Beute für Volkan war. Trotz der Unterzahl stand Fenerbahce hinten weiter gut. In der 55. Minute steckte Moses herrlich in die Box durch, aber Jailson scheiterte recht kläglich aus wenigen Metern alleine vor Lung, der allerdings den hohen Ball auch gut parierte. Ein Flachschuss wäre hier sinnvoller gewesen. Nur vier Minuten später verzog Kaldirim aus der Distanz. Fenerbahce war wieder im Spiel und das mit einem Spieler weniger.

Kravets sorgte mit einer Kopfballvorlage auf Umut Bulut in der 63. Minute für das vermeintliche 1:0 für Kayserispor, denn Bulut brachte das Runde per Kopf ins Eckige. Doch vollkommen richtig kam der Video-Schiedsrichter Baris Simsek ins Spiel, denn Kravets hatte seinen Gegenspieler Aziz beim Kopfball klar an der Schulter runtergedrückt und sich so bei der Vorlage einen deutlichen Vorteil gesichert. Kein Tor lautete dann auch nach Videobeschau das vollkommen richtige Votum. In der 75. und wieder in der 76. Minute nahm der Ghanaer Mensah zweimal Maß und verzog die Kugel jeweils nur knapp am Tor von Volkan vorbei. Aziz und Neustädter hatten in der Folge viel Arbeit, den Strafraum von hohen Hereingaben zu säubern - was sie aber ordentlich erledigten. Cinaz haute dann in der 80. Minute aus der Distanz einen raus, den Volkan erst beim Nachgreifen packen konnte.

In der 87. Minute wurde dann eine kleine Nachlässigkeit in der Hintermannschaft von Fenerbahce böse bestraft. Flanke von der linken Seite, Aziz kam nicht hoch genug zum Ball und der direkt an ihm stehende Kravets übersprang ihn, machte das 1:0 für Kayseri. Es deutete sich an, denn Kayserispor nutzte die Überzahl und hatte mittlerweile rund 56 Prozent Ballbesitz. Den knappen Vorsprung brachte das Heimteam in Überzahl gut über die Runden und behielt drei Punkte.

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