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Fenerbahce unterliegt auch gegen Real

31.7.2019 20:45 Uhr, von Chris Ehrhardt

Elf Tore kassierte Fenerbahce Istanbul in zwei Spielen beim Audi Cup 2019. Der 1:6-Klatsche gegen des FC Bayern München folgte im Spiel um den dritten Platz eine 3:5-Niederlage gegen Real Madrid. Nach dem Spiel war Max Kruse richtig angefressen und das sehr berechtigt. Wer gegen die indisponierten Königlichen aus Spanien drei Tore macht, der muss weit besser verteidigen. Und in der Hintermannschaft waren die Kanarienvögel nicht vorhanden.

Es ging recht gut los für die Gäste aus Kadiköy in Istanbul. In der 6. Minute steckte Kruse auf Garry Rodrigues durch, der Marcelo tunnelte und den Ball ins Tor brachte – 0:1. Doch nur sechs Minuten später stand es dann 1:1. Vinicius mit der schönen Flanke und dort netzte Karim Benzema trocken ein, weil Reyes schwer über die Kugel semmelte – böser Schnitzer in der 12. Minute. Eine Viertelstunde später war Benzema wieder zur Stelle. In der 27. Minute dödelte Reyes wieder gegen den Franzosen hilflos durchs Gelände und der verwertete einen Freistoß von Toni Kroos mit dem Kopf – 2:1.

Vier Treffer in jeder Halbzeit

Lange Grund zur Freude hatten die Königlichen allerdings nicht. In der 35. Minute hatte Neuzugang Muriqi das Auge für Dirar, der gestern noch entnervt vom Platz gehen wollte. Dessen Schüsschen fälschte Odriozola ab und Navas hatte keine Chance zur Abwehr – 2:2. Mit dem 2:2 ging es dann auch in die Pause.

Kurz nach der Pause zeigte dann Benzema, warum er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. In der 53. Minute ließ die Fener-Hintermannschaft Vazquez viel zu viel Freilauf und den nutzte er für eine blitzsaubere Flanke. Benzema stand sträflich alleingelassen in der Box und markierte seinen dritten Treffer per Kopfball – 3:2. Und wieder währte die Freude nicht so lange. In der 59. Minute brachte Potuk Mitspieler Ozan Tufan ins Spiel und der hielt aus mehr als 20 Metern mal herzhaft drauf. Der Sonntagsschuss schlug dann im linken Kreuzeck ein – erneut der Ausgleich zum 3:3. Real aber wollte den Sieg unbedingt – auch um die böse Schlappe gegen den Ortsrivalen Atletico etwas vergessen zu machen. Mariano Diaz nahm sich Tufan zum Vorbild und haute einen raus, den der Keeper aber abwehren konnte – das jedoch vor die Füße von Nacho und der netzte trocken zum 4:3 in der 62. Minute ein.

In der 80. Minute machte Mariano Diaz den Sack zu. Erneut fühlte sich kein Kanarienvogel für Vazquez zuständig, der konnte flanken und Diaz nahm einen Abwehrquerschläger an, um ihn mit Schmackes ins Netz zu wuchten – 5:3 und damit der Endstand.

Was konnte Fenerbahce aus dem Turnier mitnehmen?

Zuerst einmal steckten sich die Kanarienvögel 11 Gegentore in den Rucksack für die Heimreise an den Bosporus. Und das zeigte deutlich auf, wie bereits in der Vorschau auf das Bayern-Spiel geschrieben, wo die Problembereiche beim Team aus Kadiköy sind: Die Hintermannschaft ist ein Hühnerhaufen. Da fehlt es an Struktur, an Organisation und an individueller Klasse. Max Kruse sprach das auch sehr deutlich an. Machst du drei Tore gegen Real Madrid, das sich längst nicht in Bestform befindet, musst du hinten einfach weit konzentrierter verteidigen.

Eine positive Erkenntnis für die Kanarien sollte aber sein, dass man vorne nicht gänzlich hilflos ist. Und weil man in der Süper Lig eher nicht auf Abwehrgiganten von internationalem Niveau trifft, sollte man da etwas reißen können, wenn Max Kruse eine stabile Saison hinlegt. Siege stehen oder fallen dann aber eben im Defensivbereich. Dort sollte man, wenn man die eine oder andere Lira unter den Kopfkissen findet, dringend Verstärkung holen. Bliebt die Hintermannschaft so wackelig, sollten sich die Fans von Fenerbahce gedanklich daran gewöhnen, auch in dieser Saison nicht viel Grund zum Jubel zu haben.

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