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Fenerbahce schießt Aufsteiger Gazisehir ab

19.8.2019 21:09 Uhr, von Chris Ehrhardt

Am Montagabend gab es das letzte Spiel des ersten Spieltages der neuen Saison in der türkischen Süper Lig. Dabei musste Fenerbahce Istanbul zuhause gegen Gazisehir Gaziantep beweisen, nicht so verkorkst wie die Stadtnachbarn von Galatasaray, Besiktas und Basaksehir in die Spielrunde zu starten. Und das taten die Kanarienvögel sehr eindrucksvoll. Mit 5:0 wurde der Aufsteiger aus dem Stadion in Kadiköy geschossen.

Ab dem Moment des Anstoßes ließ Fenerbahce keinerlei Zweifel aufkommen, wer die Herren im Haus in Kadiköy seien. Es ging ab wie Schmitz Katze und schon in der 6. Minute gab es Grund für Fener-Anhang zu Jubel. Max Kruse sollte in der Box angespielt werden, Jean-Armel Kana-Biyik ging dazwischen und beide Spieler fielen. Der Unparteiische zeigte unverzüglich auf den Punkt. Die Chance ließ sich Victor Moses nicht nehmen und verwandelte sicher – 1:0. Fener drückte weiter und keine sechs Minuten später ertönte erneut der Pfiff von Referee Arda Kardesler im Ülker Rund. Diesmal war es Raman Chibsah, der gegen Emre Belözoglu – ja, er stand wirklich in der Startelf und das wohl sehr berechtigt – zu spät kam und dem Oldie auf den Fuß stieg. In der 12. Minute trat wieder Victor Moses an. Aber diesmal war das so pomadig geschossen, er hätte Günay Güvenc im Tor von Gazisehir auch vorher eine Postkarte oder eine Whatsapp mit der Ecke schicken können, in die er treten wollte. Günay hielt das Schüsschen souverän.

Fenerbahce mit einem Feuerwerk in der ersten Hälfte

Doch Gaziantep hatte nicht allzu lange Zeit, sich über den gehaltenen Elfer zu freuen. In der 17. Minute bediente Emre mustergültig Vedat Muriqi, der holte zuerst tief Luft und dann herzhaft aus, um den Ball ins Tor zu donnern – 2:0. Und es kam noch schlimmer für Antep. Keine drei Minuten später marschierte Fenerbahce wieder über die rechte Seite, Junior Morais stellte sich der Flanke in den Weg, tat das aber mit adlergleich gespreizten Flügeln – was in der Box recht dumm ist. Nach einer kräftigen Protestrunde trat der VAR aufs Parkett und siehe da, es gab Elfmeter Nummer drei für die Kanarienvögel. In der 24. Minute lief dann Emre an, weil man in Moses Elferkünste kein Vertrauen mehr hatte und nagelte das Leder in die Maschen – 3:0.


Damit war in Kadiköy die Messe im Grunde gelesen, denn Gazisehir stellte sich ungeschickt an, dass kaum jemand auch nur einen Cent auf drei Tore der Truppe von Trainer Marius Sumudica verwetten konnte. Fener nahm nach dem dritten Tor etwas den Dampf raus und so ging es mit dem beruhigenden Vorsprung in die Kabinen.

Max Kruse zeigt sein Können

In der zweiten Hälfte schien Gaziantep dann endlich begriffen zu haben, dass man mutiger sein muss, wenn man in Kadiköy etwas bewegen will. Und das tat man dann auch. So wurde dem Match zu Beginn der zweiten 45 Minuten etwas die Einseitigkeit genommen. Bartlomiej Pawlowski stellte sich da vorne recht gescheit an – wenn auch ohne Torerfolg. Fenerbahce selbst nahm nun auch etwas das Tempo raus, aber blieb stets gefährlich. In der 73. Minute wurde dann Emre ausgewechselt und für ihn kam Tolga Cigerci, der Junge aus dem Oldenburger Land in Niedersachsen. In den Wechsel hinein fiel ein schneller Angriff über die linke Seite. Moses marschierte, passte nach innen und da stand dann Nabil Dirar goldrichtig – 4:0 in der 74. Minute. Doch der Linienrichter meinte, im Moment der Ballabgabe sei Dirar im Abseits gewesen. Das korrigierte der VAR richtigerweise und es stand doch 4:0.


Mit dem vierten Tor war Fenerbahce zunächst einmal alleiniger Tabellenführer in der Süper Lig. Nach einer gefühlten Ewigkeit erstmals wieder. Was sich bisher nicht bis in die Türkei rumgesprochen zu haben scheint, zumindest in Kreisen der Schieds- und Linienrichter, ist die neue Handregel. Da wird gnaden- und planlos drauf los gepfiffen und mit dem Fähnchen gewunken, was das Zeug hergibt. Das wird noch eine lustige Hand-Saison. In der 88. Minute zeigte Max Kruse, warum er Bremen in dieser Saison so fehlen wird und wieso er Fenerbahce so großartig hilft. Kruse bediente Ferdi Kadioglu mit einem Zuckerpass, der ging noch etwas und dann ab mit der Pille ins Netz – 5:0. Danach gabs noch etwas Beef auf dem Platz nach einem Foul, bei dem Kruse auch mitmischte. Das hatte aber keine bösen Kartenfolgen und der Referee beendete dann auch das ungleiche Spiel. Fenerbahce ist damit der erste Tabellenführer der Saison 2019/20 in der Süper Lig.


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