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Fenerbahce: Neuzugang Moses trifft beim Heimsieg gegen Göztepe

1.2.2019 20:25 Uhr, von Chris Ehrhardt

Die Vorzeichen waren, wie immer in letzter Zeit für Fenerbahce Istanbul, klar sortiert. Siegen und die Luft nach unten halten. Ob das so leicht würde gegen Göztepe Izmir, war allerdings die Frage. Wie sich die Fans auch fragten, wer wird an Neuzugängen aufs Feld laufen. Die Antworten gab es auf dem Platz beim 2:0-Heimsieg der Kanarienvögel, die sich weiter von den Abstiegsrängen entfernen.

Fenerbahce legte los wie die Feuerwehr. Angriff auf Angriff rollte auf das Tor der Gäste aus Izmir. In der 7. Spielminute wurde es dann laut im Stadion von Kadiköy - Andre Ayew netzte nach einem schicken Vorstoß über die rechte Seite per Hacke zum 1:0 für die Kanarien ein. Und es ging mit der Führung im Rücken wie entfesselt weiter. In der 12. Minute wollten die Fans erneut jubeln, aber Soldado stand bei seinem Treffer klar im Abseits. Nur zwei Minuten später war er allerdings nicht im Abseits, als ein weiter Pass wunderbar in die Schnittstelle gespielt wurde. In der Box hat er nicht lange gefackelt und satt abgezogen – krachend an die Latte. Bis hier war es kein Vergleich mehr zu dem Fenerbahce, das in der Hinrunde auch daheim extrem schlecht spielte. Und dabei waren noch keine Kracher-Neuzugänge für die Kanarien auf dem Feld.

Ab Mitte der ersten Halbzeit mit viel Leerlauf

Danach ließen es die Kanarien etwas ruhiger angehen und Göztepe zeigte sich auch einmal vor dem Kasten von Volkan – ohne allerdings wirklich Gefahr auszustrahlen. Bis zur 30. Minute spielte sich das Match dann vornehmlich im erweiterten Mittelfeld ab. In der 31. Minute gab es dann mal wieder so etwas wie Gefahr vor dem Gehäuse von Izmir. Freistoß von der rechten Angriffsseite, Ekici trat an – sauber geklärt. In der 32. Minute etwas Aufregung. Akbunar stieg Dirar unabsichtlich auf den Schluffen und kassierte Gelb. Und es wurde in der Folge latent hektischer. Castro mit dem hohen Bein und wieder gabs den gelben Karton. Ekici darauf in der 35. Minute mit dem erneuten Freistoß in die Box und da flogen dann direkt drei Kanarienvögelchen am Leder vorbei. Kann man mal so machen – sollte man aber nicht.

In der 37. Minute holte sich Torschütze Ayew die Gelbe ab und war damit gut bedient. Wer so übel den Socken bei Jerome drauf hält, der kann auch die dunkle Karte kassieren. Der anschließende Freistoß aus rund 22 Metern wurde zur sicheren Beute von Keeper Volkan. Ab der 40. Minute war es dann ein sehr "komisches" Spiel. Enorme Schwächen am Ball wurden bei Fener sichtbar. Gut, dass Göztepe so dermaßen harmlos blieb. Wie beim Flippern wurde der Ball von Fener blind nach vorne gedroschen und man wunderte sich wohl, wieso man nicht in Ballbesitz blieb. In der 45. Minute versuchte es Castro für Göztepe mit dem Kopf, aber das war leichte Beute - selbst für Volkan. Irgendwie war man froh, dass es diesmal nur zwei Minuten an Extraspielzeit gab, in denen sich Roman Neustädter den gelben Karton einfing. Sein Einsteigen war aber auch sehr rustikal. Mit dem knappen Vorsprung und der Hoffnung auf die Neuauflage der furiosen Anfangsminuten ging es dann in die Pause.

Göztepe dezimierte sich selbst

Für Göztepe kam zu Beginn der zweiten Hälfte Öztekin für Akbunar. In der 49. Minute dann erstmals wieder Schwung bei Fener, doch Beto sicher. In der 50. Minute große Aufregung. Und das berechtigt. Jerome mit dem langen Bein von hinten in die Wade von Ciftpinar. Da konnte Schiedsrichter Arslanboga nur noch Rot zeigen. Eine ganz unnötige und üble Aktion mit hohem Verletzungsrisiko des Gegenspielers. Fenerbahce also ab der 50. Minute mit einem Spieler mehr auf dem Platz. Eigentlich der richtige Zeitpunkt, mehr Druck nach vorne zu machen und das Spiel zeitnah zu entscheiden.

Die Kanarien versuchten es dann auch wieder mit etwas mehr an Struktur auf dem Feld. Doch zwingend war davon zunächst einmal wenig bis nichts. Im Gegenteil, denn Izmir marschierte plötzlich und schien sich zu sagen, nun ist es auch egal. Mit einem Mann in Unterzahl wurde zum Beispiel in der 58. Minute das Mittelfeld schnell überbrückt und in der Box scheiterte der Gast aus Izmir dann nur am eigenen Unvermögen. In der 63. Minute hatte der Coach dann ein Einsehen und erlöste Benzia von seinen Leiden, denn er spielte mehr als schlecht. Für ihn kam dann unter großem Applaus der Paderborner Tolgay Arslan aufs Feld. Auch Moses, der für Ayew kam, wurde gefeiert. Würde sich nun etwas im Spiel der Kanarien tun? Ja, es gab gelbe Pappe für Topal in der 65. Minute, der förmlich drum gebettelt hatte. Aber spielerisch war da weiter wenig.

Moses mit grandiosem Einstand bei Fenerbahce

In der 70. Minute musste Ciftpinar verletzt vom Feld und Jailson kam. In der 72. Minute zeigte sich Neuzugang Moses. Herzhaft aus spitzem Winkel auf den Kasten – abgeblockt. Noch. In der 73. Minute klingelte es dann und Moses zeigte, was echte Klasse ist. Ball an der Mittellinie abgefangen, zusammen mit Jailson nach vorne. Pass auf die linke Seite zu Jailson, der wieder nach innen, wo Moses mitlief und dann rein mit dem Dingen – 2:0 für Fenerbahce.

Das gab dann auch auf dem Platz mehr Sicherheit. Und immer wieder wurde Moses gesucht. Auch Tolgay führte sich gut ein und spielte sehr gut mit dem anderen Nordlicht Ekici zusammen. Fener spielte das nun zudem recht clever runter. Da machte sich die individuelle Klasse nicht zuletzt auch der Neuen deutlich bemerkbar. Man hatte nie das Gefühl, dass da in Kadiköy nach dem zweiten Treffer durch Moses noch viel passieren könnte. Und das, obwohl noch nicht jedes Zusammenspiel passen konnte. Am Ende blieb es bei einem verdienten 2:0-Heimsieg.

So jedenfalls hat Fenerbahce das Abstiegsgespenst weit hinter sich gelassen. Durch den Sieg ging es erst einmal rauf auf den 11. Tabellenrang, was sich aber im Verlauf des Wochenendes sicher noch ändern wird. In der Verfassung kann Fenerbahce am kommenden Wochenende ruhig nach Kayseri fahren.