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Fenerbahce mit glücklichem Heimsieg gegen Rizespor

2.3.2019 19:10 Uhr, von Christian Ehrhardt

Durch die Nachmittagsspiele standen die Zeichen für Fenerbahce Istanbul vor dem Heimspiel gegen Caykur Rizespor absolut auf Sturm. Bursaspor machte gegen Sivasspor drei wichtige Zähler im Abstiegskampf und damit war für die Kanarienvögel klar, nur ein Heimsieg in Kadiköy würde etwas bringen.

Das Spiel startete für Fenerbahce Istanbul exakt so, wie es nie hätte laufen dürfen. In der 4. Minute wurde eine Ecke von Rizespor kurz ausgeführt und der Ball landete bei Mykola Morozyuk. Der brachte sich in Position – recht ungestört von der Fener-Hintermannschaft – und flankte. Gewusel in der Mitte und dann kam Dario Melnjak mit dem Kopf an den Ball, traf dabei aber irgendwie Hasan Ali Kaldirim. Volkan Demirel sank danieder wie eine Bankschranke und die Kugel zappelte im Netz – 0:1. Das hatten sich die Kanarien sicher ganz anders vorgestellt. Es folgten wütende Angriffe und das Tor schien die Heimtruppe wachgerüttelt zu haben. Dumm nur, dass man jetzt einem Rückstand nachlaufen musste.

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Fenerbahce musste einem Rückstand nachlaufen

Das, was Fenerbahce dann machte, sah extrem hektisch aus. Flanken wurden regelmäßig bis zur 12. Minute ins Niemandsland geschlagen und selbst kurze Zuspiele in der Box waren so schlecht getimt, dass Rize das bequem verteidigen konnte. Ecke in der 15. Minute. Kopfballversuch Fener in der Box und alles brüllte danach "Hand". Kann man zwar mal reklamieren, aber wenn Schiri Halil Umut Meler Elfer bei einem auf dem Körper ruhenden Arm gepfiffen hätte, dürften in der logischen Konsequenz Spieler mit Armen zukünftig kein Fußball mehr spielen. Alles richtig gesehen vom Unparteiischen. Das, was Fenerbahce hier in Kadiköy veranstaltet, sah bis zur 20. Spielminute aus der Vogelperspektive mehr wie ein überdimensionales Flipperspiel aus, so sehr bumpte die Kugel unkontrolliert durch die Reihen. Ganz schlimm.

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Rize zog sich in Basaksehir-Manier nach dem Tor weit zurück und ließ das Heimteam mal machen. Acht Spieler plus Keeper in der Box – da parkten gleich mehrere Busse. Und trotzdem reichte das nicht aus. Ecke in der 22. Minute. Alles hüpfte und flog an der Kugel vorbei – bis auf Serdar Aziz in der Mitte. Aus drei Metern Entfernung machte er den Treffer – 1:1. Und Fener blieb weiter dran, drückte. Nur zählbare war davon nichts – bis zur 40. Minute. Roberto Soldado hatte richtig Lust am Spiel und krönte das mit seinem Treffer zum 2:1 für die Kanarien, nachdem der Ball diverse Male geblockt wurde und nicht über die Linie wollte. Da baute sich bei Rizespor Frust auf – zumindest bei Mykola Morozyuk. Robustes Einsteigen gegen Moses und nachdem er bereits verwarnt war, gab es dann hier den roten Karton. Das würde die zweite Hälfte für die Gäste nicht leichter machen. Fenerbahce versuchte sofort die zahlenmäßige Überlegenheit umzumünzen. Bis zum Halbzeitpfiff passierte in Kadiköy aber nichts mehr.

Würde Rizespor in Unterzahl auseinanderbrechen?

Natürlich hofften die Fans der Kanarienvögel darauf, dass Rizespor sich nun in Unterzahl nicht mehr gegen das Heimteam würde behaupten können. Doch zuerst einmal war das genaue Gegenteil der Fall. Vedat Muriqi suchte und fand in der 55. Minute Dario Melnjak und der spielte diesmal nicht über Bande mit Hasan Ali - 2:2. Und wieder stand ein Ergebnis auf der Anzeigetafel in Istanbul, das Fenerbahce eher nicht reichen würde. Die Kanarien warfen sich noch mehr nach vorne. Würde Rizespor wieder den Fehler machen, sich weit zurückzuziehen, um den Punkt inklusive Nachspielzeit rund 40 Minuten zu verteidigen? Nein, man spielte hier nett mit und suchte immer wieder den Weg nach vorne auf das Tor von Volkan.


In der 67. Minute Aufregung und gellendes Pfeifkonzert. An der Grenze zum Strafraum fiel der Paderborner Tolgay Arslan und tat das nicht sonderlich geschickt. Kontakt war zwar da, aber das war schon Gebettel um einen Elfer, dem Halil Umut Meler natürlich berechtigt nicht nachkam. Fenerbahce würde hier mehr tun müssen. Topal versuchte es in der 74. Minute aus der zweiten Reihe, aber mehr als eine Ecke sprang nicht raus. Gerade die Angreifer agierten zumeist viel zu eigensinnig. Das Spiel brachte nun, wo die Zeit für Fener runterlief, Schüsse ins achte Obergeschoss, wo man normalerweise Unterwäsche kauft sowie Festgerenne bei schlechten Dribblings - nur der echte Fußball kam zu kurz. Darauf konnte sich selbst Rizespor in Unterzahl locker einstellen.

Fenerbahce mit dem Treffer vom Punkt durch Moses

Und dann kriegte Fenerbahce doch den Elferpfiff. Es lief die 80. Minute. Freistoß vom Ex-Bremer Mehmet Ekici. Hoch in die Box. Gewusel, Gerangel und dann lag da wer auf dem Boden. Nach irren Protesten von Rize sowie zweimal den gelben Karton, ging der Schiri ans TV Gerät. Und es blieb beim Elfer. Marwane Saadane hatte da mit den Armen gearbeitet. Moses trat an, verlud Keeper Gökhan Akkan und machte es sicher - 3:2 für Fenerbahce in der 84. Minute. Ja, vier Minuten hatte das Gehampel auf dem Platz gedauert.

Könnte Rize sich nochmals zurück ins Spiel wuseln? Sechs Minuten Nachspielzeit gab es. Und das für Rizespor weiter in Unterzahl. Sie versuchten es vorzugsweise mit hohen Bällen. Auf die kannst du dich aber gut eingrooven. So tickte die Uhr unaufhaltsam runter. In der 95. Minute hätte Ekici sogar noch einen drauflegen können, aber sein Schuss war zu unplatziert und Gökhan Akkan konnte ihn zur Ecke parieren. Ekici versuchte es erneut und wieder hielt Akkan. Aber das nahm Zeit von der Uhr und der Drops war gelutscht - drei Punkte für Fenerbahce.

Mit dem Sieg von Fenerbahce gegen Rizespor wird das Abstiegsrennen im Tabellenkeller immer enger.

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