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Fenerbahce lässt in Izmir Punkte liegen

30.11.2019 21:21 Uhr, von Chris Ehrhardt

Zum Abschluss der Samstagspiele am 13. Spieltag in der türkischen Süper Lig kam es zum Match Göztepe Izmir und Fenerbahce Istanbul. Die Kanarienvögel brauchten nach dem Sieg von Sivasspor zwingend drei Punkte, wollten sie den Anschluss an den Überraschungstabellenführer nicht einbüßen. Doch in einer kuriosen Partie, der Schiedsrichter Abdulkadir Bitigen mit teils fragwürdigen Entscheidungen seinen Stempel aufdrückte, ließ das Team aus Kadiköy am Ende beim 2:2 Punkte liegen und unterstrich seine Auswärtsschwäche erneut.

Für das Heimteam von Göztepe lief der Abend eigentlich nach Plan. Fenerbahce war sehr zurückhaltend und das nutzte Izmir zur frühen Führung. Bereits in der 7. Spielminute war es der Portugiese Andre Castro, der die Führung erzielte – 1:0. Fener tat sich schwer, denn Izmir stand extrem gut und dicht gestaffelt. Darum musste das Team aus Istanbul bis zur 44. Minute warten, bevor Serdar Aziz das Runde schön ins Eckige brachte 1:1. Damit ging es in die Pause und das als Vorbereitung auf eine zweite Halbzeit, die lange für Gesprächsstoff sorgen wird.

Indiskutable Leistungen von Schiedsrichter und VAR

Im Grunde fingen die zweiten 45 eher gemächlich an, um dann aber ab der 55. Minute eine kuriose Dynamik aufzunehmen. Angriff von Göztepe und Luiz Gustavo verteidigte in der Box. Er ging zuerst blitzsauber auf den Ball, traf danach aber auch den Gegner mit der Fußspitze am Fuß. Schiedsrichter Abdulkadir Bitigen schaute sich nach VAR-Hinweis auf dem Monitor an und pfiff Elfmeter. Darüber hinaus gab es Gelb für den ehemaligen Spieler vom FC Bayern München. Berechtigt? Eher ganz stark fragwürdig die Entscheidung. Alpaslan Öztürk trat an, doch Altay Bayindir hielt die eher schwach geschossene Kugel fest. Schneller Anwurf auf Max Kruse, der sah Garry Rodrigues und spielte den tödlichen Pass. Rodrigues zirkelte das Lader vorbei an Beto im Kasten und Victor Moses grätschte die Pille über die Linie – 1:2 in der 59. Minute. Wirklich? Nein. Denn nun kam die große Stunde von Abdulkadir Bitigen und dem VAR.

Der VAR funkte Abdulkadir Bitigen an und es wurde gewartet. Und gewartet. Dann ging er an den Bildschirm und machte alles rückgängig. Altay Bayindir hatte sich beim Elfer zu früh bewegt – was auch korrekt ist. Nur stand der Referee keine zwölf Meter vom Geschehen und musste es eigentlich sehen. Oder man sollte hoffen, wenn er keine zwölf Meter schauen kann, dass er kein Auto fährt. Zudem gab es in der Süper Lig satt Elfer, bei denen nicht wiederholt wurde, obwohl Keeper exakt so weit wie Bayindir vor dem eigenen Kasten standen. Alpaslan Öztürk lief also erneut an, nachdem Abdulkadir Bitigen eine Runde Karten verteilte, und nagelte den Ball unter die Latte und ins Tor – 2:1 für Izmir statt 1:2. Fenerbahce griff nun verständlich wütend an und wieder war es in der Garry Rodrigues, der nach Vorarbeit von Max Kruse und Vedat Muriqi vollstreckte – 2:2. Ja? Wirklich? Wieder wurde endlos gewartet, während wohl der VAR entweder die Szene tausendfach prüfte oder ein Buch schrieb. Zeit genug hatte er dafür. Doch schließlich sah man wohl, man würde sich bei einem Wegpfeifen des Tores noch lächerlicher als vorher schon machen und es blieb beim Treffer – tatsächlich 2:2. Zum Schluss ging Luiz Gustavo noch in einen Zweikampf, traf den Ball herrlich sauber, im danach aber auch den Spieler zu berühren. Und zur Abrundung einer indiskutablen Leistung von Referee und VAR erhielt er erneut Gelb, was dann Gelb-Rot war. Dabei blieb es dann auch.

Nach dem Spiel sollte man zeitnah verbandsseitig in eine Schiedsrichterdiskussion einsteigen. Wenn bei zehn Elfmetern die Keeper mindestens achtmal ungeahndet zu früh losstarten oder zu weit vor dem Kasten stehen, dann aber zwei Fälle geahndet werden, muss man fragen, wo ist da eine Linie. Hier geht es um Profisport, um Geld. Da sind Fehlentscheidungen teuer – und ärgerlich.

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