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Fenerbahce in Überzahl nur Remis gegen Konya

16.2.2019 19:07 Uhr, von Chris Ehrhardt

Nach den Mittags- und Nachmittagsspielen in der Süper Lig stand für Fenerbahce Istanbul die Marschrichtung im Heimspiel gegen Konyaspor fest. Nur ein Sieg würde den Kanarienvögeln helfen können, sich wieder von den Abstiegsrängen abzusetzen. Das gelang nicht und Fenerbahce konnte mehr als 60 Minuten lang eine zahlenmäßige Überlegenheit nicht nutzen. So wurden zwei Punkte im Abstiegskampf verschenkt.

Die Kanarienvögel starteten in ihrem Nest in Kadiköy recht konzentriert und man merkte der Mannschaft an, dass sie wusste, was die Stunde geschlagen hat. Es wurde konsequent nach vorne operiert, ohne sich jedoch hinten völlig zu entblößen. Dass Konyaspor fünf der letzten zehn Partien gewinnen konnte, lag sicher nicht nur an den Witterungsbedingungen, sondern auch am Spiel des Teams von Aykut Kocaman. In der 11. Spielminute stellte Miha Zajc das Können von Keeper Kirintili auf die Probe, als er einfach mal aus gut 16 Metern Maß nahm. Schöner Schuss und schöne Parade.

Konya mit guter Abwehrarbeit

Schüsse aus der Distanz schienen auch das probate Mittel gegen Konya zu sein, denn das Team stand hinten sehr sicher und vor allen Dingen sehr dicht gestaffelt. Für die ersten 20 Minuten galt: Beide Teams neutralisierten sich gegenseitig so gut wie möglich. In der 23. Minute dann eine Situation, in der es den Video-Schiedsrichter brauchte. Hoher Ball, Zuta und Jailson gingen beide in der Konya-Box zum Ball. Zuta traf Jailson dabei recht massiv mit dem Arm am Kopf. Für Schiri Firat Aydinus war das absolut regelkonfom. Darum ging es weiter.

Schiri Aydinus und sein großer Auftritt

In der 30. Minute gabs große Aufregung – erneut. Zweikampf Ciftpinar und Jahovic. Dabei kam der Nordmazedonier seinem Gegner mit dem Schuh im Straucheln ans oder aufs Bein. Ciftpinar machte auf dem Feld den Neymar und alles stand um Aydinus herum. Nach der Aufregung dann großes Gelächter auf dem Feld bei Jahovic und an der Seitenlinie von Trainer Kocaman. Warum? Firat Aydinus ging zum Videoschauen und zückte Rot. Kopfschüttelnd ging Jahovic vom Platz und lachte – irgendwo sogar berechtigt – den Unparteiischen aus.


Die Antwort gab es postwendend dann, als wieder gekickt wurde. Tempogegenstoß in der 36. Spielminute von Konyaspor in Unterzahl. Milosevic steckte blitzsauber auf Fofana durch und der ließ dann Volkan so richtig alt aussehen – 0:1 in Kadiköy. Es folgten wütende Angriffe der Kanarienvögel. Aber die Abwehr vor Kirintili räumte weg, was wegzuräumen war. Bis zur 46. Minute. Dirar mit einem feinen Zuspiel von der rechten Außenbahn in die Mitte der Box, da war Jailson sträflich alleine gelassen worden und er ließ Kirintili beim Einnetzen aus fünf Metern keine Abwehrchance – 1:1 in Kadiköy und alles wieder auf Anfang gesetzt. Bei blieb es auch den rest der Nachspielzeit und so ging es mit dem Remis in die Katakomben.

Würde Fenerbahce in der zweite Hälfte die Überzahl nutzen können?

Für beide Teams ging es erst einmal in der Formation weiter, mit der sie die erste Halbzeit beendet hatten. Die Kanarien ließen keinerlei Zweifel aufkommen, dass sie gerne alle Punkte und nicht nur einen Zähler in Kadiköy behalten wollten. Doch Konyaspor verteidigte gut und ließ nicht viel zu. Fenerbahce versuchte sehr clever, das Spiel über die Außenbahnen zu forcieren. In der Mitte der Box machte Konya nämlich völlig zu. Nach 62 Minuten dann der erste Wechsel bei Fenerbahce. Miha Zajc ging und Andre Ayew kam. Im Abschluss wirkte Fener mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr hilflos. Wieder und wieder liefen sich die Kanarien fest oder es wurden Schussversuche zu lange rausgezögert, um dann geblockt zu werden. Bei hohen Bällen und Kopfballversuchen zeigte sich der Algerier Slimani teils regelrecht stümperhaft, indem er einfach nur die Birne zum Ball hielt. Das machte Ayew in der 70. Minute weit besser - aber Kirinitili war auf dem Posten.

Konya machte hinten schlicht die Bude zu. Neun Feldspieler im oder am Strafraum machen Räume eng. Dagegen fand Fener kaum ein Mittel und wenn man Chancen kreierte, dann standen sich zum Beispiel Slimani und Ayew gegenseitig im Wege. Machte Konya bei Ballgewinnen das Spiel schnell, brannte in Feners Abwehr zeitnah der Baum. Zumal sich Volkan am heutigen Abend nicht als der sicherste Rückhalt präsentierte und Bälle nicht festhalten konnte. So zum Beispiel einen Distanzschuss von Milosevic. Je mehr den Kanarienvögeln die Zeit davonlief, desto wütender wirkte die Elf auf dem Feld. In der 82. Minute kam dann Alper Potuk für Moses und seine erste Aktion war - einen Treffer zu erzielen. Dachte man.


Flanke Valbuena, Potuk ging mit dem Kopf zum Ball und Kirinitili hoppste gekonnt an der Kugel vorbei. Die Führung für die Hausherren? Nein. Denn Herr Aydinus beratschlagte sich erst einmal mit dem VAR-Team und das sah ein Abseits. Oder gleich zwei? Wie auch immer, der Treffer wurde zurückgepfiffen. Rund fünf Minuten blieben danach Fenerbahce noch, doch alle Punkte in Istanbul zu halten. Oder würde Konyaspor sogar noch den Lucky Punch setzen? Hier setzte niemand wer etwas, denn es blieb beim für Fenerbahce sicher enttäuschenden Remis und zwei verlorenen Zählern im Abstiegskampf - trotz Überzahl.

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