epa/Omar Messinger

Feierlichkeiten zum Jubiläum

12.5.2019 21:57 Uhr

An das Ende der sowjetischen Blockade vor 70 Jahren durch die Luftbrücke der Allierten wurde in Berlin mit einer feierlichen Zeremonie gedacht. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte am Sonntag bei der Gedenkveranstaltung vor dem ehemaligen Flughafen Tempelhof: "Die Luftbrücke zeigte den Menschen, dass sie nicht allein gelassen wurden." Justizministerin Katarina Barley (SPD) sagte: "Mit dieser Luftbrücke ist Unmögliches möglich geworden."

Im Juni 1948 hatte die Sowjetunion sämtliche Straßen, Bahnlinien und Wasserwege nach West-Berlin gesperrt. Fast ein Jahr lang versorgten Amerikaner, Briten und Franzosen die mehr als zwei Millionen Einwohner in der Westhälfte der geteilten Stadt aus der Luft. Mit fast 280 000 Flügen brachten die Alliierten mehr als zwei Millionen Tonnen Güter wie Kohle und Lebensmittel in die Stadt. Am 12. Mai 1949 beendete die Sowjetunion die Blockade.

"Berlin ist meine zweite Heimat"

Mit viel Applaus wurde am Sonntag der 98 Jahre alte US-Luftbrückenpilot Gail Halvorsen begrüßt. Er hatte damals im Landeanflug selbstgebastelte Taschentuch-Fallschirme mit Schokolade und Kaugummis für die Kinder abgeworfen. Die Flugzeuge für die Versorgungsflüge erhielten damals den Beinamen "Rosinenbomber". Mit grüner Uniformjacke, umgehängten Orden und einer blauen Schirmmütze rief Halvorsen den Gästen bei der Gedenkveranstaltung zu: "Berlin ist meine zweite Heimat." Ein Baseballverein benannte sein Sportgelände am früheren Flughafen Tempelhof nach dem Luftbrückenveteranen.

Der 98-jährige Pilot der Luftbrücke, Gail Halvorsten (Bild: Omar Messinger).

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) würdigte die Luftbrücke als erfolgreiches Eintreten für gemeinsame Werte. So sei der neue Zusammenhalt der westlichen Welt besiegelt worden, sagte sie am Samstagabend laut Redemanuskript im Alliiertenmuseum Berlin.

(an/dpa)