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Federer scheitert im Viertelfinale

4.9.2019 8:42 Uhr

Das war ein spannendes Viertelfinale bis zur letzten Sekunde: nach fünf Sätzen musste sich Wimbledon-Finalist Roger Federer am Ende gegen den ehemaligen ATP-Champion Grigor Dimitrow geschlagen geben.

Der 38-jährige Schweizer verlor am späten Dienstagabend (Ortszeit) im Arthur-Ashe-Stadium von New York gegen Dimitrow 6:3, 4:6, 6:3, 4:6, 2:6. Im achten Duell mit dem Bulgaren kassierte der 20-malige Grand-Slam-Sieger seine erste Niederlage.

Schmerzen im Rücken

Im Anschluss sagte Federer, dass er das ganze Match über von Schmerzen im oberen Rückenbereich beeinträchtigt worden war, wollte sein Ausscheiden aber nicht darauf schieben. "Es gehört dazu, ich hatte meine Chancen. Grigor hat es auch gut gemacht", sagte der Wimbledonfinalist: "Es ist eine Enttäuschung, das ist klar. Natürlich wäre die Chance größer gewesen, wenn ich mich besser gefühlt hätte."

"Ich bin einfach nur glücklich", sagte Dimitrow im Court-Interview: "Im ersten Satz war ich ein bisschen nervös, Roger hat sehr gut aufgeschlagen. Ich habe mir nur gesagt: Bleib im Match. Ich habe mich physisch sehr gut gefühlt, am Ende war Roger aber auch nicht 100 Prozent er selbst."

Nach einem souveränen ersten Satz Federers wurde Dimitrow, der nach seinem Sieg bei den ATP-Finals 2017 von Verletzungen und Formkrisen zurückgeworfen wurde, immer stärker. Federer leistete sich hingegen 60 unerzwungene Fehler, war dazu schwach in der Ausbeute seiner Breakchancen. Er nutzte nur vier von 14 Möglichkeiten, Dimitrow den Aufschlag abzunehmen.

Spiel auf Augenhöhe

Begünstigt durch Federers Fehler entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Nach einer medizinischen Auszeit kassierte der Schweizer zu Beginn des Entscheidungssatzes direkt zwei Breaks zum 0:4, nach 3:12 Stunden verwandelte Dimitrow um 23.46 Uhr Ortszeit seinen ersten Matchball.

Der Weltranglisten-78. ist damit der am schlechtesten klassierte Spieler in einem Grand-Slam-Halbfinale seit Rainer Schüttler, der 2008 in Wimbledon als Nummer 94 der Welt in die Runde der besten Vier einzog. Bei den US Open hatte letztmals 1991 in Jimmy Connors (Nummer 174) ein Halbfinalist ein tieferes Ranking.

In seinem dritten Major-Halbfinale trifft Dimitrow nun auf den aufstrebenden Russen Daniil Medwedew. Der Weltranglisten-Fünfte bezwang Stan Wawrinka, der 2016 in New York gewonnen hatte, nach hartem Kampf mit 7:6 (8:6), 6:3, 3:6, 6:1 und erreichte sein erstes Halbfinale auf Grand-Slam-Ebene. Medwedew ist der erste Russe seit neun Jahren, dem dies gelang, und qualifizierte sich für die ATP-Finals in London am Ende der Saison.

"Komisches" Spiel

"Ich bin sehr glücklich, in meinem ersten Grand-Slam-Halbfinale zu stehen", sagte der 23-Jährige nach der Partie und erzählte: "Das Spiel war echt komisch. Ich hatte Schmerzen in meinem Oberschenkel und hätte im ersten Satz nicht gedacht, dass ich das Match beenden kann." Die Einnahme eines Schmerzmittels im ersten Durchgang habe ihm aber geholfen.

(be/afp)

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