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FC Bayern überrollt die Hertha

19.1.2020 18:19 Uhr

Der FC Bayern München ist auch zum Auftakt der Rückrunde gut in Form. Mit 4:0 siegte der Rekordmeister in Berlin gegen Hertha BSC unter Jürgen Klinsmann und setzte damit eine Duftmarke. Doch 60 Minuten präsentierten sich die Hauptstädter gut gegen den großen Favoriten und hielten den eigenen Kasten sauber. Durch den Auswärtssieg haben sich die Bayern auf den zweiten Platz vorgearbeitet und sind nun mit vier Punkten Rückstand auf den Herbstmeister und Tabellenführer RB Leipzig in der Jägerrolle.

Der Titelverteidiger fertigte dank einer starken zweiten Halbzeit Hertha BSC deutlich mit 4:0 (0:0) ab und ist nun mit 36 Punkten schon Tabellenzweiter. Thomas Müller (60. Minute), Robert Lewandowski per Foulelfmeter (73.), Thiago (76.) und Ivan Perisic (84.) sorgten für den verdienten Auswärtserfolg der Münchner, die nun mit neuer Energie Tabellenführer RB Leipzig (40 Zähler) angreifen wollen. Für Klinsmanns Hertha war es nach vier Spielen ohne Niederlage ein bitterer Rückschlag. Die Berliner liegen als 14. nur zwei Punkte über der Abstiegszone.

Individuelle Bayernklasse setzte sich durch

"Wir haben Hertha ein bisschen müde gespielt, da wurden die Lücken in der zweiten Halbzeit größer. Da haben wir mehr aufs Tempo gedrückt. Als der Knoten offen war, hat sich Hertha nicht mehr gewehrt", sagte Müller beim TV-Sender Sky und fügte hinzu: "Am meisten Spaß machen die eigenen Tore. Es war ein sehr schöner Tag für mich und die Mannschaft." Gleichzeitig erinnerte sich Müller aber auch daran, dass ihn Hertha-Coach Jürgen Klinsmann einst bei den Bayern zu den Profis hochgeholt hatte. "Ich habe noch den Anruf noch im Ohr, als er mich vor der Saison zum Trainingslager eingeladen hat. Das ist schon eine besondere Beziehung, auch wenn wir nicht so lange zusammengearbeitet haben."

Enttäuschung herrschte dagegen bei den Berlinern. "Die individuellen Qualitäten kamen zum Tragen. Wie sie es ausgespielt haben, war schon stark. Wir wollten Nadelstiche setzen. Das hat in der ersten Halbzeit gut funktioniert. Wir gehen den Weg weiter. Heute war eine starke Münchner Mannschaft da." Nach vier Spielen ohne Niederlage blieb Klinsmann auch zum ersten Rückrundenspiel bei seiner Sicherheits-Taktik: "Wenn du hinten drin sitzt, ist Schönspielerei nicht angesagt", bemerkte der Hertha-Coach, der rechtzeitig vor der Partie gegen seinen Ex-Club seine Trainerlizenz verlängert bekam. Die Gastgeber stellten eine massiven Defensivblock, machten vor allem die Mitte dicht. Das funktionierte aber nur eine Halbzeit, danach vermochten die Berliner den Bayern nichts mehr entgegenzusetzen.

Bayern trotz personellem Handicap stark

Die Bayern, die durch zahlreiche Verletzungsausfälle und die Gelb-Sperre von Joshua Kimmich auch zum Start der zweiten Halbserie personell gehandicapt waren, hätten das Spiel schon nach 25 Minuten in ihre Richtung lenken können. Ihr Torjäger Robert Lewandowski, nur 29 Tage nach einem Eingriff an seiner linken Leiste schon wieder in der Startaufstellung, setzte sich gegen Dedryck Boyata durch, platzierte den Ball aber wenige Zentimeter am langen Eck des Berliner Tores vorbei.

Bayerns-Neuvorstand Oliver Kahn und Bundestrainer Joachim Löw sahen als Tribünengäste zunächst eine Vielzahl von Angriffsversuchen der Gäste, die nichts einbrachten. Auf der anderen Seite versandeten die durchaus gut anzusehenden Konterattacken des Hauptstadtclubs meist wegen einer zu hohen Fehlerquote in der finalen Phase. Davie Selke brachte bei einem Kopfball nach Vorbereitung des wiedererstarkten Marvin Plattenhardt freistehend keinen Druck auf den Ball (21.). Der agile Vladimir Darida verpasste eine Plattenhardt-Eingabe knapp (26.).

Nach Müllers Tor: Die Bayern hatten Blut geleckt

Bayerns Überlegenheit nach Wiederanpfiff wurde noch größer, Hertha schaffte keinerlei Entlastung mehr. Zunächst klärte noch Jordan Torunarigha nach einem Kopfball von Perisic, denn köpfte Boyata einen Scharfschuss des Kroaten kurz vor der Torlinie weg. Doch als wieder Perisic eine Eingabe von Leon Goretzka per Kopf auf Müller legte, ließ sich der Ex-Nationalspieler die Gelegenheit aus sechs Metern nicht entgehen.

Danach ging es Schlag auf Schlag: Lewandowski wurde zunächst ein Treffer wegen Torwartbehinderung aberkannt. Dann setzte der Pole einen von Lukas Klünter an Goretzka verursachten Elfmeter zu seinem 20. Liga-Saisontreffer ins Netz. Thiago und Perisic machten schließlich den klaren Sieg perfekt.

(ce/dpa)

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