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Favre wütend über Rote Karte für Emre Can

12.3.2020 15:44 Uhr, von Björn Lücker

Borussia Dortmund zeigte eine müde und ideenlose Vorstellung beim 0:2 bei Paris Saint Germain und flog sang- und klanglos aus der Chamipions League. Zu allem Überfluss sah Emre Can, Dortmunds deutscher Nationalspieler mit türkischen Wurzeln, nach einem Gerangel mit Superstar Neymar die Rote Karte, was die BVB-Bosse auf die Palme brachte.

"Das war viel zu hart, fast lächerlich", echauffierte sich der sonst ruhig reagierende Dortmunder Coach Lucien Favre bei "Sky". Michael Zorc unterstellte Neymar sogar Schauspielerei. "Das hat er heute gezeigt", sagte der Sportdirektor.

"Die Enttäuschung ist groß"

Was war passiert? Nach einem Foul von Can an Neymar sprang der Brasilianer sofort auf und ging mit dem defensiven Mittelfeldspieler Kopf-an-Kopf auf Tuchfühlung. Can ließ sich auf das Gerangel ein und schubste Neymar leicht weg. Der PSG-Star sagte "Danke" und fiel - wie schon so oft - theatralisch zu Boden. Rudelbildung folgte, als Konsequenz musste Can vom Platz, Neymar sah nur die Gelbe Karte.

Viel mehr als die Rote Karte von Can ärgerte Zorc das aus seiner Sicht unnötige Aus in der Königsklasse. Immerhin hatten die Borussen das Achtelfinal-Hinspiel mit 2:1 gewonnen. "Bei mir ist die Enttäuschung groß, dass wir diese Chance nicht genutzt haben. Das war im Vorwärtsdrang zu harmlos", klagte er. Dass die Partie im Prinzenpark wegen des Coronavirus vor leeren Rängen ausgetragen wurde, will Zorc nicht als Entschuldigung gelten lassen. "Ich glaube nicht, dass es mit der Atmosphäre zu tun hatte. Wir hatten einfach zu viele Spieler unter Form."

Tuchel rechnet mit seinen Kritikern ab

Erleichterte Stimmung herrschte hingegen bei PSG-Trainer Thomas Tuchel, der nach dem Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse aus seiner Genugtuung keinen Hehl machte und knallhart mit seinen Kritikern abrechnete. Denn vor der Partie wurde in den Medien schon über ein Aus des Coachs beim Pariser Erstligisten gemunkelt - unter dem Motto: "Schießt der BVB Tuchel ab?"

"Ich sehe all die Schlagzeilen. Tuchel hat sein Team nicht im Griff. Die Spieler machen, was sie wollen, das ist ja ein Zirkusdirektor", sagte er. Einmal in Fahrt, war Tuchel kaum zu stoppen: "Und dann kommt die Statistik, dass wir in 28 Spielen nur einmal verloren haben. Dauernd wird gequatscht. Was denkt ihr denn, wie man 28 Mal gewinnt?" Über die Schauspieleinlage von Neymar verlor Tuchel übrigens kein Wort, lobte hingegen den Schützen des 1:0 in höchsten Tönen. "Neymar ist total verlässlich. Er muss auf das Feld, weil er den Druck aushält und die Persönlichkeit und das Vertrauen hat, die Dinger zu machen. Der ist hier, um die Lock zu ziehen und das hat er heute gemacht", sagte der Trainer.

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