Arnulf Stoffel/dpa

Fast jeder Test ein Treffer – Corona-Zahlen bei Öztas in Moers schnellen auf 79 hoch

25.6.2020 18:28 Uhr

Nordrhein-Westfalen hat nach den positiven Tests beim Fleischproduzenten Tönnies im Kreis Gütersloh in Rheda-Wiedenbrück einen neuen Hotspot mit Neuinfektionen beim Coronavirus: Moers bei Krefeld und Duisburg. Dort wurden gestern beim Dönerproduzenten Öztas 17 positive Testergebnisse vermeldet.

Öztas hat 275 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen auf Drängen des Kreises Wesel umgehend 200 einem Test unterzogen wurden, nachdem die 17 Corona-Fälle von Mittwoch entdeckt worden sind. Rund 80 dieser 200 Tests wurden bisher ausgewertet und das mit einem niederschmetternden Ergebnis: 62 Tests auf das Coronavirus waren positiv. Satte 77,5 Prozent. Das jedenfalls teilten die Kreisbehörden am Donnerstag mit. Bei der Frequenz ist fast davon auszugehen, dass nahezu die gesamte Belegschaft infiziert ist. Interessant ist, dass offensichtlich keine der positiv getesteten Personen auch nur die geringsten Anzeichen – der sogenannte "Corona-typischen Symptome" – gezeigt hat.

In ersten Meldungen hatte der Kreis Wesel dem Unternehmen noch ein hervorragendes Hygienekonzept attestiert. Ob das nach den Ergebnissen der Tests haltbar bleibt, muss abgewartet werden. Das Amt ist gerade dabei – und das auf Hochtouren – Kontaktnachverfolgungen der Menschen vorzunehmen, die sich infiziert haben. Auf Nachfrage von Hürriyet.de sagte die Pressesprecherin des Kreises Wesel, Frau Anja Schulte, dass bis Freitag die vorhandenen Frischfleischmengen im Unternehmen verarbeitet wären und der Betrieb danach vom Gesundheitsamt komplett geschlossen würde. Ob das für den Zeitraum von 14 Tagen wäre oder sich möglicherweise auch länger hinziehen könnte, ließe sich jetzt noch nicht mit Bestimmtheit sagen.

Kontaktnachverfolgung wichtiges Element der Nachsorge

Die Bevölkerung im Kreis Wesel wird zu erhöhter Vorsicht und Social Distancing aufgerufen. Landrat Dr. Ansgar Müller sagt zu den Vorkommnissen bei Öztas: "Die bisher vorliegenden Ergebnisse der Reihentestungen bei Öztas führen zu einem deutlichen und noch nicht dagewesenen Anstieg der Infektionszahlen im Kreis Wesel. Um eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus im Kreis Wesel zu verhindern, empfehle ich dringend allen Bürgerinnen und Bürgern, sich an die bekannten Abstands- und Hygieneregeln zu halten und Sozialkontakte möglichst einzuschränken."

Auch die weitere Vorgehensweise wurde von Dr, Müller angerissen: "Unser wichtigstes Instrument ist und bleibt die Kontaktnachverfolgung, um mögliche Infektionsketten innerhalb und außerhalb des Unternehmens zu stoppen. Der vorliegende Fall zeigt auch, wie wichtig es ist, mit mobilen, anlassbezogenen Reihentestungen schnell zu reagieren, wenn sich ein Ausbruchsverdacht ergibt."

(ce)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.