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Fast 7.000 Tote durch Landminen

21.11.2019 11:41 Uhr

Seit mehr als 20 Jahren sind Landminen verboten. Doch noch immer kommen mehrere tausend Menschen pro Jahr bei der Explosion solcher Sprengsätze ums Leben. Im Jahr 2018 wurden 3059 Menschen durch Minen und andere explosive Kriegsüberreste getötet, 3.837 weitere zogen sich dadurch Verletzungen zu, wie die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen (ICBL) in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht mitteilte. Es handele sich überwiegend um Zivilisten, mehr als jeder zweite davon sei ein Kind. Bei einem Opfer sei unklar, ob es überlebt habe.

Trotz eines Rückgangs im Vergleich zu den drei Vorjahren sei 2018 das vierte Jahr in Folge mit außergewöhnlich hohen Opferzahlen gewesen, hieß es in dem Bericht, den die Kampagne in der norwegischen Hauptstadt Oslo vorstellte. Dies hänge vor allem mit bewaffneten Konflikten und Gewaltherden in Ländern wie Afghanistan, Mali, Myanmar, Nigeria, Syrien und der Ukraine zusammen. Die Zahl der Opfer improvisierter Minen sei mit 3789 diesmal so hoch wie noch nie zuvor.

Treffen der Ottawa-Vertragsstaaten in Oslo

Für ihren Beitrag zum Ottawa-Vertrag, der Herstellung, Lagerung, Einsatz und Weitergabe von Anti-Personen-Minen verbietet, war die Kampagne 1997 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Sie setzt sich aus Hunderten Organisationen in Dutzenden Ländern zusammen. Die Ottawa-Vertragsstaaten treffen sich in der kommenden Woche in Oslo, um die Lage im Kampf gegen Landminen zu überprüfen.

Die Organisation Handicap International (HI) forderte die beteiligten Staaten auf, das humanitäre Völkerrecht durchzusetzen und Kriegsparteien dazu zu drängen, den Einsatz dieser Waffen zu beenden. Sie verwies darauf, dass die Dunkelziffer der Opferzahlen deutlich höher sei. "Unsere Arbeit gegen Landminen ist noch nicht beendet", erklärte die Leiterin der politischen Abteilung von HI Deutschland, Eva Maria Fischer. Landminen müssten vollständig von der Erde verbannt werden.

(an/dpa)

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