imago images/Sven Simon

Für bessere Suizidprävention

4.5.2019 14:38 Uhr

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die bundesweite "Woche für das Leben» eröffnet. Mit der Aktion wollen die beiden großen christlichen Kirchen ihre Beratungsangebote für suizidgefährdete Menschen bekannter machen.

Marx rief dazu auf, beherzt einzugreifen, "wenn es um die Rettung und Begleitung eines Menschenlebens geht". Zum Auftakt der "Woche für das Leben" mit einem ökumenischen Gottesdienst in Hannover betonte er: "Suizidprävention geht uns alle an." Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sprach auch ein Versagen der Kirche an. Es sei eine historische Schuld der Kirche, Menschen, die sich das Leben genommen hätten, als Selbstmörder moralisch verdammt und ihnen ein Begräbnis verweigert zu haben.

Schutzbedürftigkeit des menschlichen Lebens

Bis zum 11. Mai gibt es deutschlandweit in zahlreichen katholischen und evangelischen Gemeinden Veranstaltungen, die sich mit der Suizidprävention beschäftigen. Nach Bedford-Strohms Worten gibt es in Deutschland jährlich rund 10 000 Suizide - und jeder Selbstmord stürze mindestens zehn Menschen aus dem Umkreis jedes Betroffenen in eine schwere Krise. Die Zahl der Selbstmordversuche in Deutschland liegt nach Angaben der beiden Kirchen deutlich höher als die der Suizide.

Die Woche für das Leben, in der es seit 1994 um die Schutzwürdigkeit und die Schutzbedürftigkeit des menschlichen Lebens geht, wird in diesem Jahr zum 25. Mal veranstaltet. Die Aktion beginnt immer zwei Wochen nach Ostersamstag.

(an/dpa)