dpa

Fünf Männer vor Gericht

11.11.2019 17:28 Uhr

Sie sollen Frauen wehrlos gemacht und sie dann gemeinsam vergewaltigt und sexuell missbraucht haben - dafür stehen von Freitag an fünf Männer vor dem Landgericht Kleve. Die Anklage geht davon aus, dass die 24 bis 29 Jahre alten Männer Frauen etwas ins Getränk gemischt haben, das sie handlungsunfähig machte, wie das Landgericht Kleve mitteilte. Dann sollen sie zwei Frauen in zwei Fällen sexuell missbraucht, auch vergewaltigt und davon Videos mit ihren Handys gemacht haben. In einem Fall soll das Martyrium bis zu fünf Stunden gedauert haben.

Angeklagt sind die drei Deutschen und zwei Türken der gemeinschaftlichen Vergewaltigung, der gefährlichen Körperverletzung und der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs. Es geht um zwei Fälle - beim ersten waren der Anklage zufolge vier der Beschuldigten mit dabei, beim zweiten Fall drei.

Erster Fall

Im ersten Fall hatten drei Beschuldigte laut Anklage im Februar den Kontakt zu Frauen aufgenommen, die sie aus einer Düsseldorfer Diskothek kannten. Sie holten die jungen Frauen ab und fuhren nach Krefeld in die Wohnung eines Angeklagten. "Dann sollen die drei einem Mädchen Substanzen, möglicherweise K.O.-Tropfen, gegeben haben, die mindestens zu einer Bewusstseinseintrübung führten", sagte ein Gerichtssprecher. Nachdem die andere junge Frau die Wohnung verlassen habe, hätten die drei und ein hinzugerufener Angeklagter die junge Frau vergewaltigt und auch Videos davon gemacht.

Zweiter Fall

Bei dem zweiten Fall nur Wochen später soll sich einer der Männer mit einer Frau zu einer gemeinsamen Nacht verabredet haben. Zur Verabredung erschien er aber laut Anklage nicht allein, sondern mit einem anderen Beschuldigten. Demnach fuhren sie gemeinsam wieder in die Wohnung des mitangeklagten Kumpels in Krefeld. Sie sollen auch dieser Frau Alkohol und eine Substanz gegeben haben. "Dann kam es in der Wohnung für die nächsten vier bis fünf Stunden zu zahlreichen sexuellen Handlungen, auch zu Vergewaltigungen", so der Gerichtssprecher.

Die beiden Opfer sind Nebenkläger in dem Verfahren. Aus Platzgründen finden die Verhandlungen nicht nur in Kleve, sondern auch in den Räumen des Amtsgerichts Neuss und des Landgerichts Duisburg statt. Auftakt ist in Neuss.

(gi/dpa)

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