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Familienleben - wenn die Kinder größer werden

26.11.2019 14:45 Uhr

Solange der Nachwuchs noch klein ist, bestimmen vor allem die Eltern womit die Kinder spielen und womit sie sich beschäftigen. Doch wenn die Kinder größer werden, haben sie mehr und mehr ihren eigenen Kopf und damit auch eigene Vorstellungen, die bei den Geschwisterkindern oder den Eltern nicht selten auf Widerstand stoßen. Was sich alles verändert und wie Eltern die Situationen meistern, erklärt dieser Beitrag.

Mit den Kindern spielen

Spielen gehört zur Grundlage einer gesunden Entwicklung jedes Kindes, und das von Anfang an. Kinder lernen spielerisch die wichtigsten Dinge, die sie für das Leben brauchen. Spielen heißt für sie, sich zu entwickeln. Bei Babys ist es die Aufgabe der Eltern, täglich für neue Anreize zu sorgen. Richtiges Spielzeug ist dafür nicht unbedingt nötig – Babys wollen ihre Umgebung erkunden und untersuchen alles, was sie mit ihren Händen greifen können, ganz genau. Für sie kann alles zum Spielzeug werden, das sie mit ihren Händen und mit dem Mund erforschen können.

Generell sind für Babys und Kleinkinder eher ruhige Spiele geeignet, mit denen sie ihre Sinne und ihre motorischen Fähigkeiten schulen können. Für Kinder ab drei Jahren sind dann auch erste Bewegungsspiele interessant. Bei Kindern ab sechs Jahren sind Geschicklichkeits- und Konzentrationsspiele hoch im Kurs. Für Kinder ab neun Jahre dürfen es dann schon etwas schwierigere Spiele sein, die ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten fordern.

Doch nicht nur die Spielsachen verändern sich, sondern auch das Spielverhalten. Ab dem Grundschulalter fällt schließlich stärker auf, was sich schon im Kindergarten andeutet: Der Nachwuchs spielt zwar immer noch gerne mit den Eltern und den Geschwistern, aber zunehmend auch mit gleichaltrigen Kindern. Jetzt verabreden sich die Kinder schon deutlich häufiger mit ihren Freunden aus der Klasse. Die Eltern sind als Mitspieler jetzt nicht mehr ganz so interessant. Im Teenageralter sind Eltern dann (vorübergehend) völlig abgeschrieben, was die Freizeitbeschäftigung angeht. Von Bedeutung sind in diesem Alter vor allem der Freundeskreis.

Gemeinsam in den Urlaub fahren

Auch die Planung der Ferien verändert sich mit dem Alter der Kinder. Die Wahl des Urlaubsortes muss sich von Mal zu Mal nach neuen Bedingungen richten, damit die Auszeit ein altersgerechtes Programm für alle Geschwister bietet. Logischerweise haben Kleinkinder ganz andere Bedürfnisse als größere Kinder oder Teenager und auch ganz andere Vorstellungen von einem perfekten Familienurlaub.

Wer sich für Camping begeistern kann, hat damit eine gute Möglichkeit, ganz vielfältige Interessen unter einen Hut zu bringen. Im Vordergrund steht beim Zelten etwa das Naturerlebnis, ein Trip mit dem Wohnmobil ist ein besonderes Abenteuer. Das alternative Leben unterwegs bietet viele Gelegenheiten Neues auszuprobieren und gemeinsam zu entdecken.

Damit wirklich alle eine schöne Zeit zusammen haben und jeder auf seine Kosten kommt, müssen im Vorfeld entsprechende Absprachen im Familienkreis getroffen werden. Jedes Familienmitglied sollte in die Urlaubsplanungen mit einbezogen werden und sich Aktivitäten überlegen, die er oder sie unterwegs gerne nachgehen möchte. Dabei ist es sehr wichtig, dass die Eltern die Wünsche ihres Nachwuchses ernst nehmen – egal, in welchem Alter und in welcher Phase der gerade steckt. So kann jeder seine Wünsche einbringen und der Urlaub dementsprechend geplant werden und jeder hat etwas, worauf er sich im Urlaub ganz besonders freuen kann.

Außerdem ist es für den Familienfrieden im Urlaub wichtig, schon im Voraus zu klären, in welchem Ausmaß elektronische Geräte wie Smartphone, Tablet und Co. genutzt werden dürfen und wie es um die Schlafenszeiten steht. Zu klären ist auch, wer im Urlaub welche Aufgaben übernimmt, wer also wofür verantwortlich ist. All diese Punkte müssen natürlich an das jeweilige Alter der Kinder angepasst werden. Auf die Art gibt es im Urlaub keine lästigen Diskussionen.

Gerade für Teenager ist es zusätzlich wichtig, einen Rückzugsort zu haben und damit das Bedürfnis nach persönlichem Freiraum erfüllen zu können. Auch das sollte bei der Planung berücksichtigt werden.

Die Freizeit als Familie gestalten

Ähnlich wie bei einer Urlaubsreise ergeben sich auch bei der Freizeitgestaltung mit der Familie gewisse Veränderungen, wenn der Nachwuchs immer mehr mitbestimmen möchte und eigene Wünsche und Ideen äußert. Beispielsweise, wenn es darum geht, wohin der nächste Familienausflug am Wochenende gehen soll. Eltern sollten darauf achten, ihren Nachwuchs in den Familienalltag miteinzubeziehen und ihn im altersgerechten Rahmen auch Entscheidungen treffen zu lassen.

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Spätestens nach der Einschulung haben Kinder vermehrt ein Interesse daran, ihre Freizeit auch ohne die Eltern und Geschwister zu verbringen und einem Hobby nachzugehen. Hobbys sind eine gute Sache, um die Freizeit mit sinnvollen Aktivitäten zu gestalten, die zu einer positiven Entwicklung deines Kindes beitragen. Außerdem erweitern Kinder solchen Tätigkeiten ihre sozialen Kompetenzen und verbessern ihre motorischen wie kognitiven Fähigkeiten.

Trotz der zunehmenden Selbstbestimmtheit der Kinder müssen Eltern die Freizeitgestaltung ihrer Kinder im Auge behalten. Dabei geht es vor allem um ausreichend Bewegung, denn Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Im Kindergarten können sie die meiste Zeit des Tages toben und sich bewegen. Sobald die Kinder aber eingeschult werden, verbringen sie den Großteil des Tages im Sitzen. Deswegen ist es wichtig, dass die Eltern verstärkt darauf achten, dass sich ihr Nachwuchs in der Freizeit ausreichend bewegt. Das ist wichtig, damit Kinder Muskeln und Ausdauer aufbauen und sich gut konzentrieren können.

Generell ändert sich mit der Einschulung der Tagesablauf der ganzen Familie: Termine müssen nun so gelegt werden, dass sie nicht in die Unterrichts- und möglichst auch nicht in die Hausaufgabenzeiten fallen.

Neue Herausforderungen meistern: Schulaufgaben und Co.

Ein weiterer Punkt, wie sich der Familienalltag verändert, sobald die Kinder in die Schule gehen, sind die Hausaufgaben, die nun tagtäglich anstehen. Das neue Schulkind muss sich, wie auch die übrigen Familienmitglieder, jetzt daran gewöhnen, dass seine Freizeit durch die Schulaufgaben eingeschränkt ist. Die Eltern müssen zusammen mit ihren Kindern daran arbeiten, dass die Hausaufgaben zur neuen Tagesroutine werden. Damit das gelingt und das Kind konzentriert lernen kann, muss sich der richtige Rhythmus einspielen. Rituale helfen dabei, den Tag zu strukturieren, und machen es einfacher für das Kind, von "spielen" auf "Hausaufgaben" umzuschalten.

Da viele Kinder in der Anfangszeit Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben haben und sich erst dran gewöhnen müssen, sollten die Eltern während der Hausaufgabenzeit immer in der Nähe sein, aber nur dann helfen, wenn das Kind allein nicht mehr weiterkommt. Eltern haben dabei außerdem die Aufgabe, eine gute Lernumgebung für das Kind zu schaffen, in der es gut arbeiten kann. Sie sollten in den ersten Jahren immer kontrollieren, ob alle Aufgaben erledigt wurden, wobei es nicht darum geht, die Hausaufgaben zu verbessern oder viel daran zu kritisieren.

(Hürriyet.de)

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