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Falsches Orts-Derby: Besiktas will den Sieg bei PAOK Saloniki

25.8.2020 14:26 Uhr

Es ist ein Duell mit Istanbuler Geschichte - doch am heutigen Abend (20 Uhr MEZ) wird im Spiel zwischen PAOK Thessaloniki und Besiktas Istanbul in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation keine "nachbarschaftlichen Bande" geben. Im Auswärtsspiel beim griechischen Vizemeister peilen die Schwarz-Weißen vom Bosporus einen Sieg an, um in die nächste Runde zu kommen. Ein Spiel, das über das Weiterkommen oder Ausscheiden entscheidet.

Trainer Sergen Yalcin, seit Januar Cheftrainer bei Besiktas, bestreitet zum ersten Mal mit dem Traditionsklub eine Begegnung auf internationalem Parkett. Der 47-Jährige hat sich viel vorgenommen und den Gegner der Schwarzen Adler im Vorfeld genau studiert. "Beide Mannschaften haben deutlich verschiedene Spielsysteme. PAOK setzt zum Beispiel auf eine Dreierkette Wir haben uns gut vorbereitet und darauf eingestellt. Es wird definitiv nicht leicht. Mal sehen was passiert“, sagte Yalcin bei der obligatorischen Pressekonferenz.

Douglas und Ljajic nicht im Kader

Vor allem die Personalsituation bereitet dem Trainer ein wenig Sorge gegen das Team, das den byzantinischen Doppelkopf-Adler mit Flügeln im Vereinswappen trägt. Der Brasilianer Douglas und der offensive Mittelfeldspieler Adem Ljajic seien noch verletzt und würden nicht im Kader stehen. "Zudem hat Dorukhan Toköz seit knapp zehn Monaten kein einziges Spiel gemacht. Und Oguzhan Özyakup ist erst seit kurzem wieder zurück. Es gibt also viele Veränderungen", so Yalcin.

Kapitän Atiba Hutchinson sieht darin aber kein Problem und setzt voll auf Sieg. "Wir haben uns jetzt zwei Wochen lang intensiv vorbereitet. Die Vorfreude auf die Partie ist riesig, Ich bin sicher, dass wir das nötige Ergebnis für ein Weiterkommen holen werden", so der Kanadier.

PAOK hat seine Wurzeln in Istanbul

Auch die Fans, die wegen der Corona-Pandemie noch immer nicht ins Stadion dürfen, fiebern der Partie entgegen. Die Rivalität beider Klubs ist groß und die Stimmung knistert gewaltig - nicht nur sportlich, sondern auch historisch. Denn das Spiel in Thessaloniki stellt für Besiktas eine kleine Zeitreise dar. Seinen Ursprung hat PAOK nämlich in Istanbul. Die Wurzeln des Klubs liegen im ehemaligen Stadtteil Pera, der heute Beyoglu heißt und an das Stadtviertel Besiktas grenzt. Dort wurde er 1875 gegründet, ursprünglich mit dem Namen Hermes Club Pera.

Auf der Tafel steht "Ihr seid unsere schwarz-weißen Brüder" - Besiktas bedankt sich für den warmen Empfang.

Nachdem die Griechen aus dem osmanischen Reich vertrieben wurde, gründeten die ehemaligen Bewohner von Pera 1926 in Thessaloniki den Verein PAOK. Und Ähnlichkeiten der beiden Klubs, die trotz der geschichtlichen Rivalität "Kardes kulüp" (Brüder Vereine) genannt werden, sind erhalten geblieben. So sind die Klubfarben Schwarz und Weiß. Das Vereinslogo ziert ein Adler. Ist es bei Besiktas der Schwarze Adler, so hat PAOK den byzantinischen Doppeladler gewählt – allerdings in der Variante mit Flügeln.

(bl)

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