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Falscher Mann": SPD-Kollegen kritisieren Scholz in K-Frage

7.1.2019 10:19 Uhr

Am Wochenende brachte sich Olaf Scholz als Kanzlerkandidat für die SPD ins Spiel. Seine Ambitionen lösen bei den Jungsozialen wenig Begeisterung aus. "Das ist der falsche Zeitpunkt, der falsche Mann und die falsche Methode", sagte Juso-Vize Katharina Andres der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Für sie sei SPD-Chefin Andrea Nahles die "erste Wahl", sagte Andres, "zumal es an der Zeit ist, dass die SPD eine Frau zur Kanzlerkandidatin macht". Scholz hatte der "Bild am Sonntag" gesagt, die SPD wolle den nächsten Kanzler stellen. Auf die Frage, ob er selbst sich das Amt des Bundeskanzlers zutraue, erklärte er: "Ja."

"Die Frage stellt sich nicht"

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kritisierte den Zeitpunkt der Äußerung. "Im Moment stellt sich diese Frage innerhalb der SPD nicht besonders dringlich, denn bis zur nächsten Bundestagswahl sind es noch mehr als zwei Jahre", sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Auch der nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende Sebastian Hartmann kritisierte Scholz. "Das Letzte, was die SPD vor der so wichtigen Europawahl braucht, ist es, eine Kanzlerkandidatendebatte zu führen", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Montag. "Ich erwarte nach dem schwierigen Jahr 2018, dass sich alle Vertreter der Parteiführung auf die wesentlichen Dinge konzentrieren."

"Vorwahlkampf" erst später

Zuvor hatte sich bereits SPD-Bundesvize Ralf Stegner ähnlich geäußert. "Im Zuge der programmatischen Erneuerung der SPD würde es uns guttun, wenn sich zum richtigen Zeitpunkt verschiedene Kandidaten mit unterschiedlichem Profil einem innerparteilichen Wettbewerb und einem Mitgliedervotum über die Kanzlerkandidatur der SPD stellen", sagte er dem "Handelsblatt". Ein solcher "Vorwahlkampf" stehe aber erst später an.

(bl/afp)

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