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Fall Leonie: Lebenslange Haftstrafe für Stiefvater

9.1.2020 12:49 Uhr

Vor knapp einem Jahr erlag die kleine Leonie ihren schweren Verletzungen. Der Stiefvater des Kindes muss hinter Gitter. Das Gericht glaubte seiner Aussage, die Kleine hätte sich die tödlichen Verletzungen bei einem Treppensturz zugezogen, nicht und verurteilte ihn zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Das Landgericht Neubrandenburg sprach den 28-Jährigen des Mordes durch Unterlassen, der Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung von Schutzbefohlenen schuldig. Leonie war am 12. Januar 2019 tot in der Wohnung der Familie in Torgelow in Vorpommern gefunden worden. Auch ihr zweijähriger Bruder war misshandelt worden.

Forderung der Staatsanwaltschaft gefolgt

Mit dem Urteil folgte die Schwurgerichtskammer der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte eine lebenslange Haftstrafe verlangt und ihre Forderung vor allem auf Angaben von Leonies Mutter gestützt. Diese hatte vor Gericht von einer "Spirale der Gewalt" durch den Lebensgefährten gesprochen. Sie habe früher Hilfe holen wollen, sei daran aber gehindert worden.

Leonie musste längere Zeit misshandelt worden sein

Der Stiefvater hatte vor Gericht lediglich eine schriftliche Erklärung verlesen lassen, in der er einen Treppensturz des Mädchens als Ursache für die tödlichen Verletzungen angab. Dem folgte das Gericht nicht. Eine Rechtsmedizinerin hatte festgestellt, dass die schwere Kopfverletzung mit der Hirnblutung nicht mit einem Treppensturz erklärbar sei. Leonie musste schon längere Zeit misshandelt worden sein.

Die Verteidigung hatte bis zuletzt darauf bestanden, dass es wirklich einen Treppensturz des Mädchens gegeben und dieser den Tod verursacht habe. Wer dem Mädchen die Verletzungen zugefügt habe, sei nicht nachweisbar. Die Aussagen der Mutter hielten die Anwälte für unglaubwürdig. Einen konkreten Strafantrag hatte Verteidiger Bernd Raitor aber nicht gestellt.

(be/dpa)

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