Hürriyet

Fall Khashoggi: Sechs weitere Verdächtige in Istanbul angeklagt

28.9.2020 18:43 Uhr

Im Fall des vor gut zwei Jahren in einem saudischen Konsulat in Istanbul ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi hat die türkische Staatsanwaltschaft eine weitere Anklage gegen sechs saudische Verdächtige erhoben.

In der 41-seitigen Anklageschrift wird für zwei Konsulatsmitarbeiter, die zu den Auftragskillern gehört haben sollen, wegen vorsätzlicher Tötung eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Für die vier anderen Verdächtigen verlangen die Anwälte eine Gefängnisstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Sie sollen nur Komplizen gewesen sein, die unter anderem Beweismittel vernichtet haben. Derzeit läuft in Istanbul ein Verfahren gegen 20 Angeklagte.

Saudische Regierung und Justiz in der Kritik

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad brutal getötet und zerstückelt worden. Die Führung des streng konservativen Königreichs war danach scharfer Kritik ausgesetzt. Die saudische Regierung räumte den Mord erst auf internationalen Druck hin ein.

Anfang September wandelte ein saudisches Gericht eine gegen fünf Angeklagte verhängte Todesstrafe in eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren um. Die UN-Sonderberichterstatterin Agnes Callamard sprach danach von einer "Justizparodie".

(bl)

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