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Fall Khashoggi: Saudi-Arabien verhängt Todesstrafen

23.12.2019 11:15 Uhr

Im Mordfall des in der saudi-arabischen Botschaft in Istanbul ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi hat Saudi-Arabien Todesstrafen gegen fünf angeklagte Männer verhängt.

Zwei ranghohe Berater von Kronprinz Mohammed Bin Salman seien entlastet worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Riad am Montag mit.

"Das Gericht hat Todesurteile gegen fünf Männer verhängt, die direkt an dem Mord beteiligt waren", hieß es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft. Von den elf Angeklagten wurden außerdem drei zu Gefängnisstrafen von insgesamt 24 Jahren verurteilt. Alle anderen wurden freigesprochen.

Bin-Laden-Vertraute freigesprochen

Die Vorwürfe gegen Saud al-Kahtani, einem der engsten Vertrauten des Kronprinzen, wurden "wegen unzureichender Beweise" nicht aufrecht erhalten. Auch der frühere Vize-Geheimdienstchef, Ahmed al-Assiri, wurde freigesprochen.

Die saudiarabische Staatsanwaltschaft hatte während der Ermittlungen gesagt, dass al-Assiri die Ermordung auf Anweisung des königlichen Medienberater al-Kahtani beaufsichtigt haben soll. Sowohl al-Assiri als auch al-Kahtani waren nach dem Mord an Khashoggi ihrer Ämter enthoben worden.

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 in der Botschaft Saudi-Arabiens in Istanbul von einem Agententeam aus Saudi-Arabien ermordet worden. UN-Ermittler fanden Hinweise auf eine Verwicklung des mächtigen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Dieser bestreitet jedoch jede Kenntnis von dem Plan zur Ermordung des Regierungskritikers.

Der Mord an Khashoggi hatte vergangenes Jahr weltweit für Schlagzeilen gesorgt und das Ansehen von Saudi-Arabien und seinem ehrgeizigen Kronprinzen erheblich beschädigt.

Zuletzt aktualisiert : 23.12.2019, 11:43:39

(be/dpa/afp)

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