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Fall Bergisch-Gladbach laut LKA-Chef wohl größer als Missbrauchsfälle in Lügde

26.11.2019 13:46 Uhr

Tausende Chatteilnehmer, die kinderpornografische Bilder austauschen - wie der nordrhein-westfälische LKA-Direktor Frank Hoever befürchtet, könnte der Fall in Bergisch-Gladbach größere Ausmaße annehmen als Lügde.

"Wenn so viele Chatteilnehmer und Gruppen da sind, kann man davon ausgehen, dass das sichergestellte Datenmaterial größer ist als im Fall Lügde. Das sind immense Datenmengen", sagte LKA-Direktor Frank Hoever der "Rheinischen Post" (Montag).

Hoever und der Leiter des Cybercrime-Kompetenzzentrums beim LKA, Sven Schneider, machen sich dafür stark, künftig computergeneriert Fakebilder von Kindern verwenden zu dürfen, um in die Chats der Täter aufgenommen zu werden. Hoever sagte: "Ich würde das sehr begrüßen. Das wäre die Eintrittskarte in Straftäterkreise. ... Wenn wir selber Material einbringen könnten in die Chats, würden deutlich mehr Fälle ans Licht kommen."

Zehn Festnahmen

Insbesondere durch die Beschlagnahmung eines Handys in Bergisch Gladbach war der massenhafte Missbrauch von Kindern durch Mitglieder eines Chat-Netzwerkes aufgedeckt worden. Mit der Festnahme eines Verdächtigen im Oktober hatten die Ermittlungen den Anfang genommen. Inzwischen gab es zehn Festnahmen.

Sieben der Festgenommenen, die ihre Kinder oder Stiefkinder sexuell missbraucht haben sollen, stammen aus NRW, einer aus Hessen und einer aus Rheinland-Pfalz. In dem aufgedeckten Netzwerk sollen sie Fotos und Videos vom Missbrauch in Chat-Gruppen mit bis zu 1800 Mitgliedern verbreitet haben.

Im Fall Lügde waren vor kurzem zwei Männer zu hohen Freiheitsstrafen mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Sie hatten Kinder und Jugendliche in mehreren hundert Fällen auf dem Campingplatz in NRW sexuell missbraucht und das teilweise gefilmt.

(be/dpa)

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