DHA

Falcao offiziell "König der Löwen"

3.9.2019 7:06 Uhr, von Chris Ehrhardt

Auch wenn der Transfer von Radamel Falcao noch nicht gänzlich eingetütet war, verwandelten die Fans von Galatasaray Istanbul die Stadt in ein Tollhaus. Mehr als 25.000 Menschen säumten die Straßen und hießen den 33-jährigen Kolumbianer wie den Fußball-Messias willkommen. Es Tigre wird zum König der Löwen. Wirtschaftlich wird sich der Transfer für den türkischen Rekordmeister sicherlich lohnen. Aber ist der merklich in die Jahre gekommene Falcao auch sportlich und abseits vom Merchandise der Stein der Weisen? Das bleibt abzuwarten.

Mehr als zwei Monate zieht sich das Transfer-Theater um den 33-jährigen Kolumbianer Radamel Falcao nun schon hin. AS Monaco legte lange Zeit sein vertragliches Veto zu einem Wechsel ein. Erst als Schützenhilfe von RB Leipzig kam, die das 22-jährige französische Supertalent Jean-Kevin Augustin zu den Monegassen ziehen ließen, schien sich das Blatt zugunsten von Cimbom zu wenden. Für Monaco schien es eine einfache Rechnung zu sein: alt gegen neu. Und auch wenn sich Augustine in Sachsen nicht durchsetzen konnte, so zeigt seine Historie, welche ausgezeichneter Mittelstürmer er ist. Nach dem Fan-Ausnahmezustand bei der Ankunft von Falcao am Sonntag darf man nun gespannt sein, was wird erst am Abend geschehen, jetzt wo der Transfer am Montag unter Dach und Fach genommen wurde. Bei so viel Euphorie bleibt nur zu hoffen, dass am Ende nicht die Ernüchterung folgt. Warum?

Falcao braucht das starke Vorlagenumfeld

Falcao machte bei den bisherigen Vereinen immer dann Tore in Serie, wenn er von erstklassigen Mitspielern umgeben war. In der Meistersaison 2016/17 der Monegassen, in der "El Tigre" 21 Tore machte, stand neben ihm Kylian Mbappe auf dem Feld. Und Thomas Lemar, wie auch Bernardo Silva. Oder schauen wir auf die Saison 2012/13 bei Atletico Madrid, als Falcao 28 Tore machte. Damit landete er hinter Lionel Messi vom FC Barcelona und Cristiano Ronaldo von Real Madrid in der Torschützenliste auf dem dritten Rang. Damals hatte er Pizzi neben sich, Adrian, Arda Turan in jung, Gabi, Koke und Co. Durch die Bank Vorlagengeber der Extraklasse. Wer übernimmt diesen lebenswichtigen Part für Falcaos Tore bei den Löwen? Belhanda? Feghouli? Babel? Mor?


Wirtschaftlich, um es zu betonen, macht der Transfer Sinn, denn das Falcao-Merchandise wird explodieren. In den GS Stores und auf den Basaren. Ob Falcao aber sportlich das wird erfüllen können, was sich an Hoffnungen in den Köpfen der Fans abspielt, muss man wirklich abwarten. Im Training wird er ganz sicher auch seine Erfahrung und sein Können an die Mitspieler weiterreichen. Aber ob Coach Fatih Terim es schafft, sein Team so einzustellen, dass man vorne voll auf Falcao fixiert ist, bleibt ebenso abzuwarten. Damit ist der Imperator, das muss man so rückblickend konstatieren, schon bei Mbaye Diagne kläglich gescheitert. Hier hat er es nicht geschafft, seinem Team taktisch ein System beizubringen, das es vermag, den Ausnahmeknipser Diagne für den finalen Abschluss freizuspielen. Warum sollte der Trainer das nun bei Falcao umsetzen können?

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.