dpa

Fahrlässigkeit? Ermittlungen nach Klinik-Brand in Gaziantep eingeleitet

21.12.2020 14:32 Uhr

Nach dem Feuer auf einer Corona-Station eines Krankenhauses in Gaziantep im Süden der Türkei, bei dem am Samstag zwölf Patienten getötet wurden, sind Untersuchungen eingeleitet worden. "Die intensiven Ermittlungen laufen, damit alle Aspekte des Vorfalls aufgedeckt werden", sagte Justizminister Abdülhamit Gül, der zusammen mit Gesundheitsminister Dr. Fahrettin Koca den Unglücksort besucht hat. Zwei Staatsanwälte und ein Expertenkomitee sind mit dem Fall beauftragt.

Zu dem Brand sei es gekommen, weil ein Gerät am Samstagvormittag um 4.45 Uhr explodiert sei, das die Menschen auf der Station mit Sauerstoff versorgt habe, erklärte das Gesundheitsministerium in einer Mitteilung. Insgesamt waren 19 Patienten auf der Station behandelt worden.

Gesundheitsministerium hatte vor Bränden gewarnt

Zwei Tage vor dem Brand in Gaziantep hatte die Tageszeitung "Hürriyet" berichtet, dass das Gesundheitsministerium Krankenhäuser im ganzen Land vor möglichen Risiken durch Sauerstoffmaschinen auf Intensivstationen warnt. Wenn der Sauerstofftank nicht richtig befestigt sei, könne es zu Bränden kommen, hieß es.

"Diese Maschinen werden seit dem Beginn der Corona-Pandemie genutzt. Die schwere Arbeit auf den Intensivstationen birgt natürlich Risiken. Es gibt bestimmte Regeln, die in diesen Abteilungen strikt befolgt werden müssen. Das wird auch immer wieder kontrolliert", sagte Professor Ismail Cinel, der Leiter der türkischen Gesellschaft für Intensivpflege. Koca versprach, dass Personen, die in Gaziantep möglicherweise fahrlässig gehandelt haben, zur Rechenschaft gezogen werden. "Ich versichere der Öffentlichkeit, dass wir tun werden, was getan werden muss, wenn wir feststellen, dass es irgendein Versagen, einen Fehler oder eine Nachlässigkeit gab", sagte der Minister.

(mb)

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