imago/suedraumfoto

Januarexporte der Türkei bei 14 Milliarden US-Dollar

6.2.2019 12:52 Uhr

Die Exportzahlen der Türkei für Januar stehen fest. Sie zeigen einen Anstieg auf 13,9 Milliarden US-Dollar, der einer Steigerungsrate von 6,33 Prozent entspricht. Die meisten Exporte aus der Türkei gingen demnach nach Deutschland, Italien und England. Das gesamte Ausfuhrvolumen der EU beträgt 51,3 Prozent.

Die türkische Handelsministerin Ruhsar Pekcan gibt auf einer Pressekonferenz das aktuelle Zahlenmaterial für den Januar 2019 bekannt. "Der Import ist um 27,01 Prozent auf 15,7 Mrd. US-Dollar gesunken. Dem allgemeinen Handelssystem zufolge ging er im Januar um 26,87 Prozent auf 16,22 Mrd. US-Dollar zurück. Dieses Jahr ist bemerkenswerterweise zu sehen, dass der Export den Import deckt. Die Deckungsquote der Importe durch die Exporte ist von 57,77 Prozent auf 83,85 Prozent angestiegen.

Deckungsquote als wichtiger Wirtschaftsindikator

Laut dem allgemeinen Handelssystem lag im Januar 2018 die Deckungsquote bei 59 Prozent und im Januar 2019 bei 85,72 Prozent. Wir wissen alle um die Wichtigkeit dieser Zahlen für die Türkei. Im Januar 2018 lag unser Außenhandelsdefizit bei 9,1 Mrd. US-Dollar. Aktuell ist dieser Wert auf 2,5 Mrd. US-Dollar gesunken. Wir haben also 6,6 Mrd. US-Dollar aufholen können".

Sein Hauptziel sieht das Ministerium für Außenhandel darin, die türkische Wirtschaft und den Außenhandel in eine stabile Struktur zu bringen, um 2019 die Deckungsquote des Exports über den Import auf ein wichtiges Niveau zu bringen. Sie betonte mehrmals, wie bedeutsam es für die Türkei in diesem Jahr sei, den Anstieg der Deckungsquote als wichtige Entwicklung in Bezug auf den Außenhandel zu betrachten.

Pekcan weiter: "Das Ministerium baut seine Strategien so auf, dass ein globales wirtschaftliches Gleichgewicht geschaffen wird. In diesem für uns wichtigen Jahr werden wir nacheinander mit der Umsetzung beginnen. Die globale Ökonomie befindet sich in einem Umschwung. Allen Schwierigkeiten zufolge, werden wir es schaffen, ein Wachstum in Bezug auf den Außenhandel zu erzielen, trotz herrschenden Handelskriegen, der verlangsamten europäischen Ökonomie und den Risiken des Brexit.
Wir gehen davon aus, dass die US-Notenbank auch in 2019, sowie die Europäische Zentralbank im Vergleich zu 2018, ihre strengen Geldpolitiken fortführen werden. Als Handelsministerium beobachten wir proaktiv die Geschehnisse.
Die Wachstümer der globalen und europäischen Wirtschaft, dem Stagnieren des Handels und die Nachteile des Brexitprozesses halten wir von uns fern, damit sie die geringsten Auswirkungen auf uns haben.
Ferner haben wir uns mit den Nichtregierungsorganisationen, Verbänden, Börsen und anderen Berufsorganisationen zusammengeschlossen".

Pekcan weist darauf hin, dass die Auswertungen des generellen Handelssystems (General Trading System – GTS) öfter ausgewertet werden als die des privaten Handelssystems (OTS). 74 Länder, die Türkei eingeschlossen, legen ihre Zahlen des privaten Handelssystems und denen des Außenhandels offen.

Insgesamt 117 Länder darunter USA, Kanada, Russland, China, Japan, Indien, Südkorea und Australien nutzen GTS.

Türkei erkennt Wichtigkeit von stabilen Handelsbeziehungen

Pekcan erläutert: "Im Allgemeinen bewahrt jedes Land die Werte beider Handelssysteme auf. Das türkische Statistikamt (TÜIK) veröffentlicht die Zahlen der ÖTS und verarbeitet seit 2013 auch die Daten der GTS.
Die türkische Zentralbank richtet sich im Ausgleich der Zahlungen auch nach den Werten der GTS. Im gesamten Jahr 2019 werden wir als türkisches Handelsministerium in Bezug auf Export und Import jeweils beide Werte, nach ÖTS und nach GTS, veröffentlichen. Bei Statistiken gibt eine wichtige Regel zu beachten, die besagt, dass man Zahlen, die man nicht kennt und verarbeitet, nicht verwalten kann.
Jahrelang fanden in den veröffentlichen Statistiken die exportieren Güter unseres Landes, obwohl sie in der Türkei durch unsere Arbeiter und unsere Ingenieure produziert worden sind, keine Beachtung. Zum Beispiel belief sich die Exportsumme der freien Handelszonen im Jahre 2018 auf 8,1 Mrd. US-Dollar. Somit haben wir in 2018 5,6 Mrd. US-Dollar Nettoexport aus den freien Handelszonen nicht in den Statistiken aufgeführt".

Pekcan teilt weiter mit, dass die neue Politik des Landes sich damit befasst, die Potenziale der Türkei in den Fächern Software, künstliche Intelligenz und anderen technologischen Bereichen an internationale Märkte anzubieten.

Aktuell gibt es Märkte, an denen die Türkei nicht beteiligt ist. Durch das Verfolgen von neuen Strategien sollen diese mit einer stabilen Aufstellung erschlossen werden.

"Unsere Landesstrategie sieht vor, sich auf den Binnenhandel, die digitale Zollabfertigung und den e-Handel zu fokussieren, um insbesondere das Außenhandelsdefizit von 78 Prozent zu verringern. Entsprechend den Anforderungen des Zeitalters vereinfachen wir unsere Gesetzgebung", berichtet Pekcan.

Das Handelsministerium ist um starke Handelsbeziehungen bemüht und möchte es nicht vernachlässigen, potenzielle Märkte zu erschließen.

Pekcan weiter: "Unsere vorrangige Aufgabe ist es, langfristige Handelsbeziehungen in ausgewogenen Strukturen zu schaffen und den externen Finanzierungsbedarf unseres Landes schrittweise zu reduzieren. Die Welt befindet sich in einer digitalen und technologischen Umstrukturierung. Mit der richtigen Politik werden wir 2019 technologische Ziele in den Fokus rücken".

Deutschland erhält den meisten Export

Das größte Exportvolumen mit 2,33 Mrd. US-Dollar im Januar 2019 liefert der Automobilsektor, so die Auswertungen der Türkischen Exporteurvereinigung (TIM), dicht gefolgt von chemischen Stoffen mit 1,526 Mrd. US-Dollar und Konfektion mit 1,423 Mrd. US-Dollar.
Mit 116,2 Prozent erzielte den höchsten Exportanstieg das Segment Boote und Yachten.

Im Januar lag der gesamte Export der Türkei bei 80,7 Prozent. Im Vergleich zum selben Zeitraum 2018 liegt somit ein Anstieg von 7,6 Prozent vor, das mehr als 10 Mrd. US-Dollar entspricht. Die fünf Länder, die von der Türkei am meisten beliefert worden sind, sind der Reihenfolge nach Deutschland, Großbritannien, Italien, Irak und Spanien. Mit einem Anstieg auf das 2,5-fache ist Libyen das Land mit der höchsten Steigerung, dicht gefolgt von Jemen mit 2-fache, Slowenien mit 1,5-fache des Exports.

Die Provinzen mit den höchsten Exporten sind Istanbul, Kocaeli, Bursa, Izmir und Ankara.


(et/ntv)