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Export-Rückgang in der Türkei im April um 30 Prozent erwartet

12.4.2020 11:51 Uhr

Trotz der Entschlossenheit der Unternehmen, das Geschäft in der Krise durch das Coronavirus intensiv fortzusetzen, wird erwartet, dass der Export der Türkei im April um 30 Prozent zurückgehen wird, sagte Nail Olpak , der Leiter der Kommission für Außenhandelsbeziehungen der Türkei DEIK. Bei einer Online-Pressekonferenz am 10. April sagte Olpak, dass es für DEIK eine Priorität sei, die wirtschaftliche Aktivität auf dem optimalen Niveau fortzusetzen und gleichzeitig die Maßnahmen zum Schutz vor der Covid-19-Pandemie einzuhalten.

Während das überwältigende Gefühl unter den Unternehmen in den ersten Tagen der Covid-19-Pandemie von Sorgen geprägt war, liegt der Schwerpunkt laut Olpak derzeit darauf, das Geschäft fortzusetzen, um aus dieser Zeit mit möglichst geringem Schaden herauszukommen. "In den ersten zwei Wochen dominierten gesundheitliche Bedenken", sagte Olpak, der jeden Tag ein Dutzend Treffen abgehalten hat. "Nach der Anfangsphase gibt es immer noch Bedenken, aber das müssen wir zur Seite legen. Wir konzentrieren uns derzeit ausschließlich auf das Geschäft und überlegen, wie wir mit dem geringsten Schaden weitermachen können", sagte Olpak gegenüber der Presse.

Olpak: "Zahnräder müssen sich weiterhin drehen"

Die Schlussfolgerung nach zahlreichen Online-Meetings und Webinaren bestand darin, das Geschäft nicht auszusetzen und diese Ansicht wurde mit einem Brief an Präsident Recep Tayyip Erdogan kommuniziert, betonte Olpak. "Trotz der frühen Debatten über Ausgangssperren und völlige Sperrung haben wir gesehen, dass der kommende Zeitraum nicht auf einige Wochen beschränkt sein wird, dass wir uns einem langwierigen Prozess gegenübersehen und dass wir unsere Arbeit nicht einstellen werden" sagte Olpak gegenüber Journalisten.

In dieser Hinsicht ist es laut dem DEIK-Präsidenten zu einer Priorität geworden, "die Gesundheit der Menschen bei der Arbeit, aber auch die Gesundheit der Beschäftigung sowie die Gesundheit des Managements sicherzustellen". "Es ist wichtig, dass die Produktion fortgesetzt wird und sich die Zahnräder weiterhin drehen. Wenn der Betrieb zum Stillstand kommt, hat dies verheerende Auswirkungen auf die Haushalte und kann zu Chaos führen. Wir müssen die Beschäftigung schützen", sagte Olpak. Laut Olpak ist die Option, dass die ganze Nation zu Hause bleibt und darauf wartet, dass der Staat drei Monate lang alles bezahlt, keine realistische Option. "Sonst können wir eine Armee von Millionen von Arbeitslosen haben, Millionen ohne Lohn und das kann nicht verwaltet werden."

Steueranhebung für Olpak keine geeignete Maßnahme

Er betonte jedoch, dass die Unternehmen die notwendigen Maßnahmen ergriffen hätten, um die Gesundheitsbedingungen der Mitarbeiter zu sichern. Olpak räumte ein, dass das Risiko einer Rezession existent ist, die zu einem Rückgang der türkischen Exporte führen könnte, sagte jedoch, dass das Land aus dieser Zeit mit dem geringsten Schaden herauskommen kann, indem es die Dynamik des Inlandsmarktes beibehält. Die Tatsache, dass die Türkei viele Krisen erlebt hat, sei laut Olpak ein Vorteil. Diese gesammelten Erfahrungen hätten dem Land die Fähigkeit zur schnellen Anpassung gegeben, ein Attribut, das die Türkei von anderen Ländern unterscheidet.

Der Präsident von DEIK äußerte sich wie zu erwarten positiv zu den Maßnahmen, die zur Unterstützung des Privatsektors eingeleitet wurden, fügte jedoch hinzu, dass den ersten Maßnahmen zur Lösung von Problemen bestimmter Sektoren wahrscheinlich zusätzliche Pakete folgen würden. Olpak betonte jedoch ausdrücklich, er stünde zusätzliche Steuern ablehnend gegenüber.

(mb)

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