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Experten: Corona-Krise könnte in Istanbul noch bis 2022 dauern

3.6.2020 9:24 Uhr

Die Bosporus-Metropole Istanbul hat offenbar noch einen langen Weg vor sich, bis das Coronavirus besiegt ist. Experten schätzen, dass dazu mindestens 67 Prozent der knapp 16 Millionen Einwohner immun sein müssten.

Derzeit sei Istanbul erst bei rund 15 Prozent, sagt Professor Osman Erk von der Medizinischen Fakultät der Universität Istanbul. "Wenn diese Zahl zutrifft, ist das noch viel zu wenig. Die Infektionsrisiken könnten in Istanbul durchaus noch bis 2022 andauern“, erklärt der Mediziner.

Istanbul zu dicht bevölkert

Unterstützung bekommt Erk von Professor Tufan Tükek. Der Dekan der Fakultät hofft durch immer neuere Antikörpertest ein besseres Bild über die Covid-19-Infektionen in Istanbul zu erlangen. Entscheidend sei auch, wann der erste Impfstoff Anwendung findet. "Wenn die Zahl der täglichen Fälle unter 100 sinkt, können wir erstmal durchatmen", sagt Tükek.

Aber vor allem in Istanbul ist es sehr schwer, den Coronavirus einzudämmen. Rund 2.800 Einwohner pro Quadratkilometer sind die Regel, in einigen Bezirken wie Güngören, Gaziosmanpasa oder Bagcılar kommen bis zu 40.000 Menschen auf engsten Raum zusammen. Klar, dass die Distanz-Regeln nicht immer eingehalten werden können.

Home-Office sollte weitergehen

Tevfik Özlü vom Wissenschaftsrat gibt Tipps, wie das Coronavirus in Istanbul trotz der schwierigen Umstände eingedämmt werden kann. "Öffentliche Verkehrsmittel und Besuche in Einkaufszentren sollten so gut es geht vermieden werden, da sie sehr überfüllt und risikoreich sind. Zudem können Unternehmen Arbeitsschichten einrichten und die Angestellten weiter von zu Hause arbeiten lassen, die nicht unbedingt im Büro benötigt werden“, so der Professor.

(bl)

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