Experte: Wer krank zur Arbeit geht ist nicht strebsam

6.2.2021 12:53 Uhr

Der Psychologe Simon Hahnzog erwartet durch die Corona-Krise einen Wandel beim sogenannten Präsentismus in der Arbeitswelt. Damit ist gemeint, dass jemand arbeiten geht (präsent ist), obwohl er oder sie krank ist.

"Von allen krankheitsbedingten Folgekosten entfielen auf den Präsentismus bislang etwa zwei Drittel", sagt der Experte für Gesunde Arbeit. "Dieser enorme volkswirtschaftliche Schaden dürfte in der nächsten Zeit geringer ausfallen, weil niemand mehr will, dass Kolleginnen und Kollegen krank zur Arbeit kommen - oder das schlichtweg nicht mehr dürfen."

Neben echter Krankheit mit Zuhausebleiben sowie dem Präsentismus gibt es auch sogenannten Absentismus (von Abwesendsein) - sprich: die, die sich krankschreiben lassen, obwohl sie gesund sind.

Alte Normen noch heute gültig?

Hahnzog ist skeptisch, ob alte Normen wie "Wenn du wirklich leistungsorientiert und professionell bist, gehst Du auch krank in die Arbeit" oder "Wer sich krankschreiben lässt, ist faul" der Vergangenheit angehören. "Besser wäre das jedoch - sowohl für die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft als auch für deren nachhaltige und krisensichere Entwicklung", sagt der Psychologe.

In Bezug auf die Wirtschaft allgemein hofft Hahnzog, dass das Thema "Gesundheit" mehr als nur ein Lippenbekenntnis von Unternehmen bleibt. "Inzwischen muss ich niemandem mehr erklären, dass zwischen Gesundheit der Beschäftigten und betriebswirtschaftlicher Gesundheit eines Unternehmens ein gewisser Zusammenhang besteht."

(dpa-serviceline)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.